Barbara Moratin verfiel spätestens gegen Lebensende in Wahnsinn und verstarb laut Totenbuch der Pfarrei Mau- ren am 21. November 1699 in ihrer Heimatgemeinde.612 KATHARINA BREGENZERIN AUS MAUREN, EHEFRAU PETEH KIBEHS (SRg, fol. 70a-74b; StAAug 2968, fol. 33a-35b; StAAug 2971, fol. 13a+b; VLA.., HoA 76, 17 Liste von 1682, S. 4 u. 11; Weiz 2, S. 22 f.) (Zur genealogischen Orientierung sei vorangeschickt, dass der im folgenden erwähnte Hans Bregenzer mit l'vlarga- retha Kiberin -einer Stieftochter seiner Schwester Katha- rina Bregenzerin -verheiratet war. Der ebenfalls ange- führte Michael Schechle war ein Sohn der Barbara Mora - tin, diese wiederum eine Halbschwester der verbrannten Katharina Föhrin und eine Schwester der l'vlutter von Kat- harina Bregenzerin.) Nicht nur die (Halb-)Schwester ihrer l'vlutter, die ver- brannte Katharina Föhrin, sondern auch ihre eigene Mut- ter hatten Katharina Bregenzerin einen schlechten Huf vererbt. Sie war 
bei möniglichen sehr verschrait. Ihr Va- ter hatte als 
ein versoffener dokhelmauser gegolten. Bei einer Inquisition am 5. September 1677 sagte die 30- jährige Maria l'vlarxerin unter Eid aus, ihre Schwester Elisabeth sei vor etwa drei Jahren zu ihrer ehemaligen Nachbarin Katharina Bregenzerin 
mit der kwzkheli (Spinnrocken613) auf Besuch gegangen. Als sie sich wieder nach Hause begeben wollte, habe ihr die Bregenzerin ei- nen 
bierenzelten mit den Worten gegeben: 
Nimm ihn nuhr, es hat meine Schwägerin l'vlargaretha Kiberin, 
die rothe hex, mich verschreyet, das ich mich ferchten mues, wan ich ainem menschen etwas geben thue. weilen sy vorgegeben, daß ich mit dergleichen darreichwzg einem oder dem anderen einen schaden zugefiegt haben solle. Daraufhin habe die Elisabeth den Zeiten angenommen, aber gleich nach dessen Genuss grosse Schmerzen emp- funden, die selbst durch geistliche Mittel nicht mehr zu vertreiben waren. Auf Grund dieser Aussage wurde Elisabeth i'vlarxerin selbst einvernommen. Sie bestätigte das Angeführte, konnte jedoch nicht mehr angeben, wann und wie bald nach der Einnahme des Zeltens sie erkrankt war. Sie wis- se nur, dass sie wegen der Erklärungen der Bregenzerin über den Hexenverdacht vor dem Zeiten 
einen grausen bekommen habe. Im Anschluss an ihre Darlegungen ist im Inquisitions- protokoll vermerkt, dass Elisabeth nach dem Genuss des Zeltens 
gleichsamb ganz von sinnen eine geraume zeit ge- wesen, also daß man vermaint. sy seye gar besessen. Deshalb habe man sie nicht verhören können. i'vlan habe 148 
mehr nach der Aussage ihrer Schwester als nach jener Elisabeths richten müssen. Wenn diese bei gesundem Verstand war, erklärte sie, das Übel sei nach der Anwen- dung von geistlichen Mitteln 
von iro gebrochen. Sie ver- dächtigte allein die Bregenzerin, von der ihr im Traum vorgekommen sei, als ob sie zu ihr gesagt habe, sie solle auch 
mit dem jungen volkh in Peter i'vlatts Behausung ge- hen, 
dan es seye gar fein. wan daß junge volkh miteinan- der gehe. Dazu war zu bemerken, dass Peter J\fatts Frau, die der Bregenzerin nahestand, 
damahlen noch gelebt wzdt aber entzwischen verbrendt worden war. Die dritte Zeugin bei der Inquisition am 5. September 1677 war die 32-jährige Margaretha Kiberin, die Ehefrau Hans Bregenzers aus l\fauren 
abm Stainböß.614 Sie erklär- te, dass sie im Kindbett wegen eines 1vluses, das ihr von der Stiefmutter Katharina Bregenzerin zubereitet worden war, grosse Schmerzen erlitten hatte. Sie soll deshalb gewiss acht Wochen lang krank darniedergelegen sein. Ursprünglich habe sie ihre Stiefmutter nicht verdächtigt. Da sie aber von unterschiedlichen Personen, insbesonde- re von der Laternserin, erfahren hatte, die Bregenzerin sei mit dem abscheulichen Laster der Hexerei behaftet, glaubte sie dann doch, dass diese an ihrem Leiden schuld gewesen sein könnte. Dazu kam noch, dass ihr Mann, Hans Bregenzer, mit seiner Schwester Katharina Streit hatte. In dessen Verlauf seien nach entsprechenden Androhungen Unfälle eingetreten, die den 1-lexereiver- dacht verstärkten. Sie bat, über diese Geschehnisse ihren Mann einzuvernehmen. Dieser wollte jedoch von der Aussage seiner Frau nichts wissen, sondern erklärte, 
er halte seine schwester für fromb. Es sei schon einmal 
etwas wegen Michael Schechle 
geredt worden, wodurch ein Streit entstand. Er könne sich jedoch nicht mehr genau daran erinnern. Im Protokoll ist dazu vermerkt, dass Hans Bregenzer durch diese Aussage 
den vogel aus clisen fecleren zuerkhemzen gegeben habe. Er wolle augenscheinlich 
der schwester belz waschen, und ihne doch nit nezen. Die nächste Zeugin war die 28-jährige ledige Magdale- na Marxerin, Lienhards Tochter, aus Mauren. Sie hegte gegen die Bregenzerin einen Argwohn, weil ihr Bruder, der vor ungefähr 14 Jahren verstorben war, vor seiner langwierigen Krankheit öfters die Bregenzerin besucht hatte. Dr. Weiz bezeichnete Katharina Bregenzerin im Gutach- ten vom März 1679 als 
sehr suspect. Zur Folterung reich- ten die Indizien jedoch noch nicht aus. Am 2. September 1680 wurde abermals über die Bregen- zerin inquiriert. Der 31-jährige Andreas Stral gab damals zu Protokoll, er habe vor ungefähr fünf Jahren von den Leuten gehört, die Bregenzerin sei auf Steinbös hinter ei- nem Strauch gestanden, als Adam Schipfer auf eine Elster
        

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