der Arbeit nicht mehr mithalten 
konnte, weilen er schier gar erstikhen wollen. Hans Öhre, Gerichtsmann zu Eschen, gab folgende Be- gebenheit zu Protokoll: Als Blaicher an einem Sonn- oder Feiertag nach der Kirche vernommen habe, wie ein jeder die Fruchtbarkeit von Öhres Weinstöcken rühmte, erklär- te 
er grob heraus vor der gesamten 
Gemeinde, sg werden bald den schwänz auf den ruggen nemmen und ein weter khommen (es sege zue zweifei, ob er einen nebel oder regen angezogen), welches die selbige zuschanden richte. Daraufhin antwortete Fidelis 
Schreiber, wie er dises wis- se, wan ihme solches bekhandt seye, so miesse er auch ein mehrers khönnen. Bald darauf zur Blütezeit fielen auf Grund eines Unwetters allein am dem Ort, von dem die Rede war, alle Trauben ab. Der 50-jährige Kaspar Senn aus Triesen erklärte am 23. Februar 1679 unter Eid, Blaicher habe ihm vor drei oder dreieinhalb Jahren eine Kuh mit der Auflage ver- pachtet, dass er dafür jeden Sommer drei Gulden zahle oder ein Viertel Schmalz liefere. Weil das Tier viel Milch gab, hätten sich seine Frau und er über das Geschäft sehr gefreut. Es habe sich aber solche freüd bald in traurig- kheit verenderet, da die Kuh angefangen 
habe, am leib zue aben. Die Milchleistung nahm von Tag zu Tag ab, so dass er nach vierzehn Tagen kaum noch ein Drittel der ursprünglichen Menge erhielt. Da er sich mit Blaicher nicht auf neue Pachtbedingungen einigen konnte, kam dieser sechs Wochen später die Kuh abholen, wobei er gleichzeitig die Ausfolgung eines Viertels Schmalz er- zwang. Später habe 
Senn durch gassen röden, iedoch glaubwürdiger leithen, wie wohlen er selbe nit mehr zue- nennen wisse, vernommen, dass die Kuh bei Blaicher gleich 
wieder die volle milch gegeben habe. Übrigens sei Senn vor dem Handel von Hans Föhr gewarnt worden, sich wohl vorzusehen, dass er von 
Blaicher nit betrogen werde. Dr. Welz sprach sich in seinem Gutachten vom März 1679 dafür aus, Blaicher zu verhaften 
und das gebührende ex- amen gegen ihne vorzunemmen. Nach Jakob Blaichers Gefangennahme gab er bei der Folterung am 24. Juli 1680 an, er 
sei in daß laster der zauberey im schlaf gerathen, daselbst der böse geist zu ihme kommen und gelt offerirt, wie er aber daß dritte- mahl khommen, hette er mit ihme sodomiam begangen und alß dan gott und alle heylige verlaugnet. Daraufhin habe ihn der Satan in ein Buch eingeschrieben, und zwar mit Blut aus Blaichers Herz. Auf einem mit der Hexen- salbe eingeriebenen Stecken sei er geflogen. Bei der Her- stellung der Salbe habe er bestimmte Worte rezitieren müssen. Als er einmal anderen Leuten keinen Schaden wollte, habe ihm der böse 
Geist mahlzeichen auf seinen buckhl gemacht, welche Meister Dietrich erkannte. Etli-chen 
Leuten habe 
er mit zauberey daß vich zu mehrmah- len verdörbt. In seiner letzten Aussage behauptete er, die Muttergottes nie verleugnet zu haben. Blaicher wurde zum Tod verurteilt und hingerichtet. MARIA BLAfCHERIN AUS ESCHEN, WITWE HANS KOCHS (SRg, fol. 86b-91a; StAAug 2968, fol. 42b-43b; VLA, HoA 76,17 Liste von 1682, S. 6 u. 11; Welz 2, S. 27; Welz 3, S. 24-26) Bei Maria Blaicherin lagen keine Angaben vor, dass ihre Vorfahren der Hexerei bezichtigt worden waren. Auch ihr Lebenswandel galt als unverdächtig. Dennoch erklärte der 34-jährige Hans Batliner bei einer Inquisition am 13. Februar 1679, er habe vor drei oder vier Jahren bei Marias Nachbar Jakob Blaicher eine Kuh gekauft und sie im 
Frühling zum hürlen getriben. Auf dem Rückweg ging sie nicht in seinen Stall, sondern auf das Haus des Verkäufers zu. Als Batliner sein Tier in dessen Nähe fand, molk Maria Blaicherin es gerade. Er wurde deswegen zornig und fragte sie, warum sie das tue. Sie antwortete, sie habe nicht gewusst, dass dieses Tier ihm gehöre, sondern geglaubt, es 
sei den Schwaben zustendig. Sie habe die Kuh 
gemolken, damit sy nit ergalte, dan sye habe gar ein groses eyter gehabt. Dann nahm Batliner das Vieh samt der Milch nach Hause. Am nächsten Mor- gen jedoch habe es eine grosse Geschwulst auf dem Rücken bekommen, aus der schliesslich eine abscheuliche Materie herausfloss. Dabei blieb es nicht. Innerhalb von anderthalb Tagen schwollen dem Tier die Beine dermas- sen an, dass er es drei Wochen lang nicht mehr auf die Weide treiben konnte. Die Kuh vermochte nicht mehr, alleine aufzustehen; man musste ihr stets helfen. Mit dem Einsatz geweihter Mittel brachte sie Batliner aber nach und 
nach wider zue recht. Es gelang ihm aber nie mehr, aus dem Rahm so viel Schmalz zu gewinnen wie früher, obwohl er das Tier gleich fütterte. Er konnte nicht sagen, ob die waid oder wer daran schuldig seye, er hegte je- doch den Verdacht auf die Blaicherin, weil sie sich unbe- fugterweise unterfangen hatte, die Kuh zu melken. Der zweite Zeuge am 13. Februar 1679 war Ferdinand Marxer aus Eschen. Er sagte aus, er 
sei in dem letsteren proceß gewisser Ursachen halben von der obrigkheit be- schikht worden. Darüber habe Herr Pfarrer Hans Rot- mayer609 verlauten lassen, Marxer sei nach Vaduz gezo- gen, um die Blaicherin anzuklagen, dass sie ihm ein Kind gelähmt habe. Dadurch sei diese wiederum zur Erklärung veranlasst 
worden, sy wolle es einem oder dem anderen schon eintrenkhen. Ein halbes Jahr später verendete Marxer eine Kuh. Der Wasenmeister meinte 
dazu, es 142
        

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