«DER TEUFEL UND DIE HEXEN MÜSSEN AUS DEM LAND ...» / MANFRED TSCHAIKNER JOHANNA WALSERIN AUS MAUREN, EHEFRAU MARTIN HOPPS,587 TOCHTER HANS WALSERS UND SCHWESTER DANIEL WALSERS AUS VADUZ (SRg, fol. 18b-19b; StAAug 2968, fol. 7a+b; StAAug 2971, fol. 4a; VLA, HoA 76,17 Liste von 1682, S. 2; Welz 2, S. 7 f.) Johannas Vater, Hans Walser aus Vaduz, hatte man 1648 als Hexer hingerichtet. Ihr Halbbruder väterlicherseits war ganz jung auch iustißciert worden. (Dabei dürfte es sich um den in der Liste der Vaduzer Todesopfer ange- führten Christian Walser gehandelt haben.) Ihren Bruder Daniel Walser verbrannte man 1680. Die einzige Zeugin bei der Inquisition am 13. September 1675 war die 30-jährige Anna Negelin, die Ehefrau And- reas Strals. Sie erklärte, dass sie vor ungefähr drei Jahren etwa fünf Wochen lang krank zu Hause gelegen sei. Als sie sich gesundheitlich wieder besser fühlte, sei 
ihre negste nachbeürin Johanna Walserin, mit der 
sie in immerweh- renden zankh und haader liege, unversehens vor ihr Haus gekommen und habe fünfmal verlangt, sie solle mit ihr die Kühe melken kommen. Schliesslich habe sie einge- willigt. Kaum sei sie aber einige Schritte vom Haus weg gewesen, habe die Walserin jedoch wieder heim gehen wollen, da ihr Mann gekommen war. Dieser sei tatsäch- lich, ohne dass ihn die Negelin davor gesehen 
habe, eben als wan er daher geflogen were, mit roß und wagen zuge- gen gewesl. Als sich die Negelin entfernte, sei ihr ein sol- cher Schmerz in die Hand und in die rechte Brust gefah- ren, dass sie die 
Hand nicht mehr zum maul bringen mö- gen und der mainung gewesen, es seie unmüglich solchen zuerdulden. Später habe sie von den Kapuzinern geweih- te Sachen erhalten und 
damit etwas besserung erlanget. Sie hegte einen Argwohn gegenüber der 
Walserin, dan es ihro die hh. capuziner selbsten gesagt, daß diser zu- standt durch bese leüth ihro miesse gelegt sein worden. Für Dr. Welz war die mehrmalige Aufforderung zum Mel- ken so zu erklären, dass die Walserin ihre 
Feindin über dene durch ihre zauberej inficirten orlh und boden zu führen trachtete. Seiner Meinung nach konnte die Inqui- sitin verhaftet werden. Zur Folterung brauchte es jedoch noch weitere Indizien. Die Walserin wurde laut Prozessopferliste von 1682 nicht hingerichtet. 
MAGDALENA SPALTIN AUS RUGGELL, TOCHTER BARTLI SPALTS UND WITWE JAKOB HEBS (SRg, fol. 58a-60a; StAAug 2968, fol. 25a+b; VLA, HoA 76,17 Liste von 1682, S. 4; Welz 2, S. 19; Welz 3, S. 29 f.) Magdalenas Vater war in gutem Ansehen 
verstorben, die mueter aber in einem besen rueff gestanden. Bei der Inquisition am 22. August 1676 gab ihr eigener Schwager, der 65-jährige Adam Heb aus Ruggell. unter Eid zu Protokoll, dass sie ihm vor etwa drei Jahren drei oder vier Küchle für seine Ehefrau mitgegeben habe. Die- se aber hatte die 
Küchle, weilen sy iederzeilh gehört, daß sy Spallin der hexerey halber verschrait seye, nicht ac- ceptiert, sondern den Hühnern, die sie unter dem Ofen hielt, vorgeworfen. Drei Hennen, die davon gefressen hat- ten, fand sie daraufhin am Morgen tot vor. Ausserdem sei eine kaz, die dar von gessen hat, ein lange zeith herumb gangen, als wan sye ebenfals verrekhen wolle. Der 52-jährige588 Adam Marxer, Georgs Sohn, aus Ruggell sagte als zweiter Zeuge am 20. Februar 1679 aus, dass er ungefähr vor drei Jahren mit und neben Leonhard Güfel sowie Georg 
Schechle in dem Kolben feldt5W seinen akher gebawet habe. Da sei Magdalena gekommen und habe sie aufgefordert, ihren Acker auch zu bestellen. Güfel und Schechle kamen ihrem Wunsch nach. Darauf- hin sei sie zu ihm, Marxer, gekommen und habe ihn zur Rede 
gestellt: Wüst dan du mir nit helfen bawen, genzlich vermainendt, er miese solches thuen. Als er jedoch wei- terhin nicht dazu bereit war, sei die Spaltin auf seinem Acker hin- und hergegangen und habe auch mit dem Fuss darauf herumgestrichen, 
worauf die meüs in den ganzen ackher khommen und die, ob schon sonsten ganz sehen erunnen und gewaxene frucht gänzlich abgefrezet. Auffal- lenderweise 
sei neben imme khain ainiges gueth von be- sagten meüsen beireihen worden. Marxer habe 
den sche- renfanger zum Acker geführt, 
der allen möglichen uleiß angewendet, aber khain ainige maus fangen khönnen. 583) Zur Datierung vgl. S. 8. 584) Sie war eine Tochter Ulrich Öhres. 585) Zur Datierung vgl. S. 8. 586) Er war wohl ein Heilkundiger aus Mauren, siehe bei Katharina Bregenzerin. 587) Lokalisierbar durch die Angabe, daß Andreas Stral ihr naher Nachbar sei: StAAug 2968, fol. 3a. 588) Die Altersangabe stimmt nicht mit derjenigen bei der Inquisi- tion gegen Maria Hoppin überein. 589) Östlich der Egerta, südlich der Rotagass: LNb Ruggell. S. 26 f. 127
        

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