GOTTESFÜRCHTIGE REBELLEN AUS LIECHTENSTEIN ALBERT EBERLE zentia Kindle, geboren 1813 in Triesen. Dieser Ehe entsprossen folgende Kinder:10 Franz, das älteste der Geschwister Nigg, wurde am 29. Januar 1838 in Triesen geboren. Franz Nigg war von mittlerer Grösse und hatte blonde Haare. Er wurde bei seiner Hafteinweisung vom Gerichts­ diener Seger als dickhalsig11 beschrieben. Im ge­ setzten Alter von 45 Jahre ging er als Trappisten- bruder Gregor12 nach Afrika. Dort bekam er bald gesundheitliche Probleme. Er starb, 48-jährig, am 26. November 1886, vermutlich an Malaria. Katharina, die Zwillingsschwester von Franz, starb 1860 im jungen Alter von erst 22 Jahren in Triesen. Maria-Luisa, die am 21. November 1839 auf die Welt kam, wurde nur 19 Jahre alt. Johann wurde am,18. April 1841 geboren. Er war von kleinerer Statur, hatte braune Haare und einen blonden Bart.13 Johann Nigg war auch schon 42 Jahre alt, als er 1883 als Bruder Germanus nach Afrika auswanderte. Als Baupolier war er massgeblich an der Erstellung des Trappistenklo- sters Mariannhill beteiligt. Durch einen Unfall ver­ lor er seinen linken Unterschenkel. Er wurde zum Flickschneider umgeschult. Die Stubenhockerei be­ kam ihm nicht gut, denn drei Jahre später, am 12. Januar 1890, starb Johann Nigg in Mariannhill. ; Maria wurde am 29. Mai 1843 geboren. Sie war von mittlerer Grösse, hatte ein schmales Gesicht und blonde Haare.14 Auf Drängen ihrer Brüder reiste sie ebenfalls in die Mission aus. Zu diesem Zeitpunkt war sie 40 Jahre alt. In Afrika führte sie ein sehr bewegtes Leben und arbeitete in verschie­ denen Berufen. Im fortgeschrittenen Alter von 52 Jahren trat Maria Nigg als Schwester Polycarpa ins Frauenkloster von Mariannhill ein. Gestorben ist die resolute und furchtlose Schwester am 24. Sep­ tember 1908. Josefa Nigg wurde am 14. Juli 1845 geboren. Im Alter von 30 Jahren heiratete sie Fidel Kindle15 aus Triesen. Sie starb als letzte dieser Linie am 28. Au­ gust 1934 in Triesen. Josefa war als einzige der Familie Nigg verheiratet. Sie wurde deshalb auch nicht direkt in den Nigg-Streit hineingezogen. Ihr Gatte Fidel Kindle unterstützte den Mauerbau der 
Geschwister Nigg nicht und sprach in dieser Ange­ legenheit mehrmals beim Landesverweser vor. Fidel und Josefa Kindle-Nigg, die nach dem Wegzug der Geschwister Nigg den Meierhof über­ nommen hatten, waren die Grosseltern von Hermi­ ne Beck-Kindle16, Elisabeth Beck-Kindle sowie von Wilhelm und Urban Kindle. Von Wilhelm stammen Hermann, Werner und Willi Kindle ab. Urban Kindle war Wirt auf dem Meierhof und hinterliess die Kinder Roland, Elsbeth, August, Inge und Vik­ tor Kindle. Theodor Nigg wurde als zweitjüngstes Kind der Familie Nigg am 18. Februar im Revolutionsjahr 1848 geboren. Mit 21 Jahren verliess der kleine Triesner den Meierhof und trat in Deutschland dem Jesuitenorden bei. Er war ein fröhlicher Mensch und hatte einen unverwüstlichen Humor. Der Je­ suitenbruder Theodor Nigg reiste 1879-als Missio­ nar nach Südafrika. Nach kurzem, aber äusserst abenteuerlichem Leben zwischen Kap und Sambesi starb er am 6. August 1891 an Malaria. Florian, der jüngste Nigg, wurde am 16. April 1851 geboren. Er war von mittlerer Grösse, hatte schwarzes Haar und trug einen schwarzen Voll­ bart.17 Florian Nigg erlernte den Beruf eines Kü­ 5) Fürst Alois II. (*1796; +1858) regierte von 1836 bis 1858 das Land Liechtenstein. 6) Der Kanzlist Johann Langer wurde gewaltsam ausser Landes geschafft. 7) LLA. Tschugmell: Familienbuch Triesen, S. 158. - Elisabeth Kindle ist die Tochter des «Platz-Sepp» Josef Benedikt Kindle, einem Bruder von Kreszentia Nigg, Mutter der Geschwister Nigg. 8) Vogt: Brücken zur Vergangenheit, S. 205 ff. 9) Tschugmell: Triesner Geschlechter, S. 33 f. 10 Ebenda. 11) LLA S 1882/3/36. 12) Trappisten erhalten beim Klostereintritt einen neuen Namen. 13) LLA S 1882/3/36. 14) Ebenda. 15) Tschugmell: Stammbäume der Triesner Geschlechter, S. 31. 16) Hermine Beck-Kindle war Schäfle-Wirtin in Triesen. 17) LLA S 1882/3/36. 81
        

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