Fürst Franz Josef II. auf Schloss Vaduz, regierend ab 1938 Dr. Josef Hoop, Regie- rungschef 1928 bis 1945 Pfarrer Anton Frommelt, Landtagspräsident 1928-1945, Regierungs- chef-Stellvertreter 1933-1938, ständig amtie- render Regierungsrat 1938-1945 Gesellschaft auf Schloss Vaduz, v.l.n.r.: Dr. Alois Vogt, Regierungschef- Stellvertreter 1938-1945, Dr. Rupert Ritter, Kabi- nettssekretär des Fürsten, Gräfin Louisanne von Galen geb. von Liechten- stein, Regierungschef Dr. Josef Hoop, Prinz Dr. Eduard von Liechtenstein 
IN DER LETZTEN KRIEGSPHASE Liechtenstein hatte seine Kriegswirtschaft vollstän- dig mit jener der Schweiz koordiniert. Die eidge- nössischen Erlasse wurden einfach übernommen. So etwa auch die schweizerischen Rationierungs- marken. Wie in der Schweiz musste in Liechten- stein bis 1945 Mehranbau von Lebensmitteln zwin- gend betrieben werden. Liechtensteinische Bäcker, welche verbotenerweise Frischbrot auslegten, oder Hühnerbesitzer, welche nicht die vorgeschriebene Anzahl Eier ablieferten, wurden von schweizeri- schen Organen gebüsst. Man sammelte, auch 1945, Altstoffe: Metalle, Papier, Lumpen, Gummi, Tuben, Knochen. Maikäfer wurden für Dünger verwertet. Wildfrüchte und Tannzapfen wurden gesammelt. Statt Motorfahrzeugsteuer wurde ein Benzinzu- schlag erhoben, soweit überhaupt noch gefahren werden durfte. Für Traktoren, die mit Holzgasge- nerator ausgerüstet wurden, gab der Staat Dar- lehen und 20 Prozent Subvention. Im Jahre 1944 liess die Regierung Kochkurse durchführen, für trotz Rationierung gesundes und gutes Kochen. Wegen Wohnungsnot war ein Mieterschutz einge- führt. Wie in der Schweiz herrschte seit November 1940 Verdunkelungspflicht. Sie wurde nur an höchsten Feiertagen und zum Fürstengeburtstag aufgehoben.9 Beim Näherrücken des Luftkrieges ergriff die Regierung ab 1943 Vorsorge für den Fall von Bom- bardierungen und Kriegshandlungen. Luftschutz- sirenen wurden installiert, eine in Vaduz bei Jenny & Spoerry, eine auf dem Dach der Presta, sie waren mit der Zentrale in Buchs verbunden. Die Estriche wurden entrümpelt, damit bei einer Bombardie- rung weniger brenne. Im Dezember 1944 fanden Brandbekämpfungskurse für Feuerwehr, Polizei und Gemeindebehörden statt, im Rathaussaal in Vaduz und in der «Eintracht» in Eschen.10 Regierung und Ärzte trafen mit dem Spital Grabs vorsorgliche Absprachen. Landesphysikus Risch liess sich beim Schweizerischen Roten Kreuz in Bern instruieren. Bis zum März 1945 - die Ame- rikaner überschritten bei Koblenz den Rhein - hatten die Ärzte in allen elf Gemeinden Samariter 54
        

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