an ging alles schnell. Von Bergen umgeben, ent- schied er sich, nicht mit dem Fallschirm abzusprin- gen, sondern einen Notlandeplatz im Tal zu suchen. Eine Kiesbank im Rheinbett schien dazu geeignet. Rasch an Höhe verlierend, konnte er noch über Funk die Meldung absetzen, dass er einen geeigneten Landeplatz gesichtet habe. Er warf darauf die Cockpithaube ab und Fixierte die Schultergurte. Auf der Höhe von Vaduz dreht er mit einer Rechtskurve zum Anflug in Richtung Norden ein. Mit 140 km/h, voll ausgefahrenen Landeklap- pen und beiden Händen am Steuerknüppel, setzte er die kaum noch manövrierbare Mustang mit ein- gezogenem Fahrwerk gekonnt auf die Kiesbank. Bei der rasanten Fahrt über den steinigen Un- tergrund wurde die Rumpfunterseite aufgeschlitzt und der Kühler und die rechte Landeklappe abge- rissen. Die Maschine kam nicht mehr vor Ende der Kiesbank zum Stehen, schlitterte in den Wasserlauf und kam schliesslich im nur etwa einen Meter tie- fen Rhein mit einer riesigen Wasserfontäne abrupt zum Stillstand. Überrascht über die geringe Tiefe des Flusses und überglücklich, das Ganze unver- letzt überstanden zu haben, stieg Lieutenant Rho- des aus dem Cockpit. Über die Tragfläche gelangte er trockenen Fusses an das liechtensteinische Ufer. Im Glauben, dass er sich immer noch in Deutschland befinde, machte er sich auf den Weg landeinwärts Richtung Schaan, wo er kurz darauf auf eine junge Dame traf. In seinem besten Deutsch 
fragte er sie: «Wo ist Switzerland?» Worauf sie zu seiner Überraschung in perfektem Englisch ant- wortete und auf das gegenüberliegende Rheinufer deutete. Auf dem Weg zurück Richtung Rhein kam ihm dann ein Auto entgegen, dessen Fahrer ihn zum Einsteigen aufforderte. Zögernd und unsicher, ob er dem Fahrer trauen konnte, stieg er ein. ZURÜCK NACH AMERIKA Nach der Übergabe durch die Liechtensteiner Po- lizei an das Schweizer Militär wurde Lieutenant Rhodes in Sargans einvernommen und am näch- sten Nachmittag mit dem Zug nach Dübendorf überführt. Aufgrund des sich abzeichnenden Kriegsendes wurde er aber nicht interniert, son- dern für einige Wochen in einem Hotel in Bern ein- quartiert. In der Bundeshauptstadt konnte er sich frei bewegen und hatte endlich Gelegenheit, sich neue Kleider zu beschaffen. Seine einzige Aufgabe bestand darin, sich jeden Morgen um neun Uhr auf der amerikanischen Botschaft zu melden. Der Aufenthalt in der Schweiz ging mit seiner Überführung nach Paris zu Ende. Dort folgte noch- mals eine Einvernahme durch die amerikanischen Behörden. Darauf konnte er seine Reise nach Schottland fortsetzen, um von dort an Bord der «Aquitania» nach Kanada und dann schliesslich wieder in die Vereinigten Staaten zurückzukehren. 346
        

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