DER LETZTE FLUG DER «LITTLE AMBASSADOR» STEFAN NÄF aber beim Wegflug vom Ziel erlitten. Um die Flak- schützen zu täuschen und ihnen die Arbeit zu er- schweren, wurde diese Phase mit raschen unregel- mässigen Höhen- und Richtungsänderungen ge- flogen. Trotzdem wurden insgesamt zwölf Mustangs ge- troffen. Zwei von ihnen stürzten ab. Während Lieu- tenant Bryant erfolgreich abspringen konnte, ver- hedderte sich der offensichtlich zu früh geöffnete Fallschirm von Lieutenant Cooper beim Absprung von nur 150 Metern über Grund im Leitwerk. Es gelang ihm nicht mehr, sich zu befreien, und er wurde von seiner Maschine in die Tiefe gerissen. TREFFER IM TIEFFLUG Lieutenant Rhodes hatte bereits einen Güterbahn- hof erfolgreich beschossen, als er sich daran mach- te, zusammen mit Captain Tranquillo im offenen Gelände einen stehenden Zug anzugreifen. Dieser entpuppte sich überraschend als Flakzug und erwi- derte ihr Feuer. Während Lieutenant Rhodes mit einer steilen Linkskurve auf Bodenhöhe entkam, sah er gerade noch, wie Captain Tranquillo seine Maschine unter heftigem Flakfeuer senkrecht nach oben zog, um in der niedrigen Wolkendecke Schutz zu suchen. Nachdem er Captain Tranquillo nicht mehr fin- den konnte, schloss sich Lieutenant Rhodes einer 
Gruppe an, die gerade einen Flugplatz angriff. Auf nur etwa sechs Metern Höhe flog Lieutenant Rho- des unbewusst an einer Flakstellung vorbei und wurde bei einer Geschwindigkeit von etwa 450 km/h an der rechten Seite im Triebwerk und Leit- werk getroffen. Er konnte gerade noch verhindern, dass seine Flügelspitze den Boden streifte. Beim Aufziehen bemerkte er dann, dass das Höhensteu- er beschädigt war und klemmte. Nur mit beiden Händen am Steuerknüppel gelang es ihm, die Mu- stang kurz vor einem Wald wieder hochzuziehen. Über Funk forderte er Hilfe an, um ihn nach Ita- lien zurück zu eskortieren. Es antwortete aber nur einer seiner Kameraden, und dessen Flugzeug war in einer gleich schlechten Verfassung. Die Chancen, mit der schwer angeschlagenen «Little Ambassa- dor» die Alpen noch zu überqueren oder gar nach Madna zurückzufliegen, wurden von Minute zu Minute geringer. «WO IST SWITZERLAND?» In der Zwischenzeit hatte Lieutenant Rhodes ohne es zu wissen die Schweizergrenze überflogen und folgte, eine schwarze Rauchfahne hinter sich zie- hend, südlich des Bodensees dem Rhein stromauf- wärts. Als kurze Zeit später sein Triebwerk aus- setzte, musste er auch seine Hoffnung, wenigstens Frankreich noch zu erreichen, aufgeben. Von nun 345
        

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