ZIEL SÜDDEUTSCHLAND Die 52. «Fighter Group» erhielt am 22. Februar 1945 den Auftrag, viermotorige B-17-Bomber nach Süddeutschland zu begleiten. Deren Ziel war die Bombardierung von sechs Güterbahnhöfen zwi- schen Lindau und Memmingen sowie in der Umge- bung von Ulm. Da die Alliierten bereits die Luft- überlegenheit in Süddeutschland errungen hatten, war für diesen Einsatz mit wenig Gegenwehr der deutschen Luftwaffe zu rechnen. Die eigentlichen Begleitschutzaufträge verloren dadurch immer mehr an Bedeutung und wurden meist mit so- genannten «Strafing Missions» kombiniert. Das heisst: Einmal am Ziel angekommen, verliessen die Jäger die hochfliegenden Bomber und begannen mit dem Beschuss von Bodenzielen im Tiefflug. 2nd Lieutenant Robert F. «Rocky» Rhodes war einer der Piloten auf dieser Mission. Er war gerade erst 21 Jahre alt und gehörte zum fünften Squa- dron der 52. «Fighter Group», die umgangssprach- lich «Spittin' Kittens» - auf deutsch: «speiende Kätzchen» - genannt wurden. Seine Einheit flog die einsitzigen P-51 Mustang - eines der leistungs- fähigsten Kampfflugzeuge dieser Zeit. Viele der Flugzeuge hatten einen Namen und waren mit Bil- dern der damals populären Pin-up-Girls bemalt. Die Mustang, welche Lieutenant Rhodes an diesem Tag flog, hiess «Little Ambassador». Ihren Rumpf zierte das Bild einer blonden Schönheit im Bergungsarbeiten der «Little Ambassador» aus dem Rheinbett. Das Wrack wurde an das liechtenstei- nische Rheinufer ge- schleppt, demontiert und per Bahn nach Dübendorf versandt. Dort wurde es dann verschrottet. 
schwarzen Abendkleid. Bis zum Oktober 1944 war die «Little Ambassador» die persönliche Maschine von James Empey. Er war ein Jägerass und konnte mit ihr vier deutsche Me-109 abschiessen sowie einen Ju-88-Abschuss erringen. Für Lieutenant Rhodes war dies die sechste Mission. Es sollte seine letzte werden. Um 10.40 Uhr starteten 57 Mustangs vom ver- schneiten Platz in Madna. Nach einem rund zwei- einhalbstündigen Flug war das Ziel erreicht. Das Wetter war nicht vielversprechend. Der Raum Ulm lag unter einer geschlossenen Wolkendecke. Nach Erreichen des Zielgebietes warfen die Mustangs ihre Zusatztanks ab, suchten nach Löchern in der Wolkendecke und machten sich unverzüglich an die Beschiessung von Eisenbahneinrichtungen und Flugplätzen. HEFTIGE GEGENWEHR Unter der Wolkendecke, die an manchen Stellen bis nur unter 150 Meter über den Boden herunter reichte, entbrannte ein heftiges Gefecht. Die wich- tigen Transporteinrichtungen waren schwer mit Fliegerabwehrgeschützen verteidigt und die Piloten respektierten die Treffsicherheit der deutschen Ka- noniere. Um die Bodendeckung optimal auszunüt- zen, wurden die Angriffe auf höchstens 15 Meter über Grund geflogen. Die meisten Verluste wurden 344
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.