und Eisenobjekte datieren durchwegs in das 18. und in die erste Hälfte des 19. Jahrhunderts. Darunter fand sich eine 2,50 m mächtige Rüfe- aufschüttung, die nach 14C-Daten der Grabung «Fürstenstrasse» (1986) ins 12./13. Jahrhundert zu datieren ist. Sie wurde mit Hilfe von Baggern bis knapp über jene Humusschicht abgetragen, die sich über den römerzeitlichen Überresten angela- gert hatte. Durch die äusserst günstigen Umstände - hohe Bodenfeuchtigkeit, vollständiger Luftab- schluss - haben sich hier zahlreiche organische Re- ste wie Reb- und Blütenblätter oder Teile von Kä- fern erhalten. In dieser Fläche, die anscheinend in römischer Zeit als Garten oder Hinterhausbereich in Verwendung stand, konnte bis auf die zahlrei- chen Funde keinerlei Siedlungsstruktur erfasst werden. Als Funde wurden einige sehr bemerkens- werte Stücke ergraben: eine bronzene Gürtel- schnalle (4. Jahrhundert); ein Stilusfragment (2./3. Jahrhundert); eine komplett erhaltene, durchbro- Abb. 6: Ausgrabung in der Kapelle von Schloss Vaduz. Reste eines wahrscheinlich während dem Schwaben- krieg im Jahre 1499 von den Eidgenossen gebrand- schatzten Gebäudeteils. Fundamentmauerwerk mit Türanlage unter den Mauern der heutigen Schlosskapelle. Grabungs- foto, Mai 1995. 
chen gearbeitete Scheibenfibel (Ende 2./3. Jahr- hundert); neun Münzen, die durchwegs in das 4. Jahrhundert datieren und viele Terra Sigillata- Fragmente aus dem 2. bis 4. Jahrhundert. Zudem kamen zahlreiche Tierknochen (vor allem von Rind und Schwein) zum Vorschein. Diese geben einen sehr guten Querschnitt über die Essgewohnheiten der Menschen zu dieser Zeit. Durch die Notgrabung beim Amtshaus kann ein sehr komplexes Bild der Lebensumstände im römi- schen Balzers gezeichnet werden - die tierischen und pflanzlichen Funde vermitteln einen Einblick in die Ernährungsgewohnheiten und die Vegetation dieser Zeit, die Bauteile und die Artefakte aus Ke- ramik, Glas und Metall gestatten uns einen Blick auf die Lebensqualität und die menschlichen Über- reste stellen uns die damaligen Bewohner vor Au- gen.» Anlässlich von Renovationsarbeiten in der Ka- pelle von Schloss Vaduz fand von April bis Mitte Mai 1995 ebenda eine archäologische Notgrabung statt. Die Dokumentation der baugeschichtlichen Beobachtungen dauerte bis in den Frühherbst fort. Die Arbeiten wurden in enger und intensiver Zu- sammenarbeit mit S.D. dem Landesfürsten, mit I.D. der Landesfürstin und mit der Schlossverwal- tung vorbereitet und ausgeführt. Nebst den interessanten archäologischen Befun- den ergaben auch die Resultate der baugeschicht- lichen Untersuchungen am aufgehenden Mauer- werk wichtige Hinweise zur teilweise bis anhin nicht bekannten baulichen Entwicklung der Burg Vaduz im hohen und späten Mittelalter. Die Ausgrabungsergebnisse sollen in einem der nächsten Jahrbücher des Historischen Vereins vor- gestellt werden. Kurzfristige Umplanungen zur Vorplatzgestaltung des Schädlerhauses erforderten einen im Bereich Florinsgasse nicht vorgesehenen Mehraufwand an Notgrabungsarbeiten, die - unter- brochen von längeren Regenperioden und Bauarbei- ten - von Mitte Mai bis Mitte September 1995 dauer- ten. Betroffen davon war einerseits das frühneuzeit- liche Friedhofareal nördlich der Kapelle St. Florin. Hier wurden 22 Bestattungen freigelegt und wissen- schaftlich dokumentiert. Acht der Skelette waren 300
        

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