Abb. 2: Ausgrabung beim Amtshaus Balzers. Römi- sches Mauerwerk mit horizontalem und vertika- lem Fugenstrich. Gra- bungsfoto, Dezember 1995. Abb. 3: Notgrabung in der Florinsgasse in Vaduz. Spätmittelalterliche Weg- und Platzanlage mit ge- pflästerten Wasserrinnen im Bereich westlich vor der ehemaligen Florinska- pelle. Grabungsfoto, Juni 1995. 
zum Einsatz, so dass die wissenschaftlichen Aus- wertungsarbeiten der Altgrabungen weitgehend zurückgestellt werden mussten. Über die Ausgrabungen beim Amtshaus in Bal- zers - die verdankenswerter Weise durch einen Nachtragskredit des Landtags finanziert wurden - hat uns die wissenschaftliche Leiterin Mag. Ulrike Mayr folgenden Zwischenbericht zur Verfügung ge- stellt: «Die Liechtensteinische Landesbank AG erwarb das Areal Amtshaus, um hier eine grössere Filial- stelle für Balzers einzurichten. Da diese Absicht schon seit längerer Zeit bekannt und aufgrund der Grabung «Fürstenstrasse» 1986 eine römische Be- siedlung an dieser Stelle anzunehmen war, wurden im Mai 1995 im gegenseitigen Einvernehmen zwi- schen Archäologie, Bauherrschaft und Unterneh- mer mit den Umbaumassnahmen unter archäologi- scher Aufsicht begonnen. Schon bei der Entfernung der Kellerböden sties- sen die Bauarbeiter wie erwartet direkt auf römi- sche Mauerkronen. Wegen der Unterfangungsar- beiten an den Fundamenten des Amtshauses wur- den einzelne Teile vorab durch die Archäologie do- kumentiert, für den Baufortgang freigegeben und im Zuge der weiteren Arbeiten abgebrochen. Das gleiche geschah mit jenen römerzeitlichen Baure- sten, die bei den Fundamentierungsarbeiten unter- halb der Aussenmauern, im besonderen bei der Ost-, Nord- und Südmauer des Amtshauses zum Vorschein kamen. Diese und die noch in ungestörter Originallage verbliebenen Mauern lassen sich auf Grund ihrer absoluten Höhe, ihrer Bauart und ihrer Orientie- rung mit den Befunden der Notgrabung in der Für- stenstrasse 1986 zu einem Gebäudekomplex ver- binden. Die Mauerzüge in den Kellerräumen des Amtshauses können sogar zu einzelnen Räumen ergänzt werden. Die Mauern sind in Zweischalen- technik errichtet und z.T. an den Innen- und Aus- senwänden mit einem sehr aufwendig und sorg- fältig ausgeführten horizontalen und vertikalen Fugenstrich versehen. Schon allein dieser Umstand deutet auf ein Gebäude besser gestellter Bewohner. Bisher sind jedoch noch keine Hinweise vorhan- 298
        

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