HISTORISCHER VEREIN FÜR DAS FÜRSTENTUM LIECHTENSTEIN 1995 Archäologie: Tätigkeitsbericht 1995 Im Berichtsjahr waren 21 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter - zum grössten Teil temporär - für die Archäologie tätig; zwei Mitarbeiterinnen waren von der Fürstlichen Regierung angestellt, die übrigen hatten einen Arbeitsvertrag mit dem Historischen Verein und wurden im Stundenlohn entschädigt. Am 22. Juni 1995 bewilligte der Hohe Landtag einen fünfjährigen Verpflichtungskredit für die Ar- chäologie. Damit können für die ständigen Mitar- beiterinnen und Mitarbeiter bessere Anstellungs- bedingungen wahrgenommen und die Katalogi- sierungs- und Auswertungsarbeiten längerfristig geplant werden. Der Landtag hat die Bewilligung des Verpflichtungskredits mit der Auflage verbun- den, die fünfjährige Frist dafür zu nutzen, die rechtliche Stellung und die Aufgabenbereiche der Archäologie zu definieren und ihre Organisation gesetzlich zu regeln. BAUÜBERWACHUNG, GRABUNGEN UND DENKMALSCHUTZ Wie in den Vorjahren zählte auch im Jahr 1995 die Beobachtung der Bautätigkeit in Liechtenstein zu den Aufgaben der «Bauüberwachung». Sämtliche beim Hochbauamt neu eingereichten Baugesuche sind geprüft und mehrere Aushubarbeiten beglei- tend beobachtet worden. Auf Fundmeldungen hin konnten auf zwei Bau- stellen - beim Theater am Kirchplatz in Schaan und auf dem Areal Schekolin im Mühleholz/Vaduz - je eine frühneuzeitliche gemauerte Zisterne frei- gelegt werden. Nach erfolgter Dokumentation sind beide Zisternenschächte auf unsere Empfehlung hin im Boden belassen und mit Erdreich überdeckt worden. Die Fundstellen wurden eingemessen und in Situationsplänen verzeichnet. Das Jahr 1995 war gekennzeichnet durch eine Häufung an Notgrabungen und - dadurch hervor- gerufen - durch eine Schwerpunktverlagerung im Arbeitsprogramm der Archäologischen Arbeitsstel- le. Da die Notgrabungsprojekte kurzfristig bewäl- tigt werden mussten, konnten wir kein geschultes Grabungspersonal rekrutieren und kamen selbst 
Abb. 1: Ausgrabung beim Amtshaus in Balzers. Römisches Tafelgeschirr. Fragment einer Terra Sigillata-Schüssel mit helvetischer Töpfermarke. Erste Hälfte des 3. Jahr- hunderts n. Chr.; Abbil- dung ohne Massstab. 297
        

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