DIE MUNDART DES FÜRSTENTUMS LIECHTENSTEIN ROMAN BANZER 46) Dieses Wort wurde in einer Nacherhebung aufgenommen. 47) Allgemein tritt die Nasalierung eines Vokals nur im Unterland ein. Jutz konnte offenbar in Schaan und Vaduz noch leichte Nasalie- rung feststellen. Dies ist für unsere Aufnahmen nicht mehr der Fall, so wie sich die Nasalierung auch im Unterland immer mehr zurück- zubilden scheint. Auch Vetsch konnte 1910 feststellen, dass im Kan- ton Appenzell die Nasalierung hauptsächlich von der jüngeren Gene- ration mit starken individuellen Schwankungen langsam aufgegeben wird. «Alle geschlossenen Vokale 
sowie ae erscheinen in der Ma. auch nasaliert. Die Nasalierung betrifft sowohl die Kürzen als auch die Längen, doch werden durch dieselbe bzw. ihre Begleiterschei- nungen die Quantitäten manchmal geändert» (Jutz 1925, S. 23). Die von Jutz 1925, S. 57 aufgeführte Nasalierung 
des a in inachen kann heute nicht mehr festgestellt werden. Gabriel 1981, S. 240; Jutz 1925, S. 155ff. 48) Die Dehnung in offener Silbe ist in Hinterschellenberg uneinheit- lich durchgeführt. Gemäss Gabriel (1981, S. 203) erfolgt die Dehnung regelmässig, wenn auf die offene Silbe ein Liquid oder Nasal folgt. Ansonsten sind die Verhältnisse uneinheitlich. Im Gegensatz zum restlichen Unterland wird 
das a in folgenden Wörtern kurz gespro- chen: Gabel, Hafer, hageln, schlagen, Schnabel, Wade. Weitere kurz gesprochene Laute unterscheiden den Hinterschellenberg vom Rest der Gemeinde. So werden die Haupttonvokale in [hörn] 'heim', [motle] 'Mädchen', [nemard] 'niemand' im Hinterschellenberg im Gegensatz zum übrigen Schellenberg kurz gesprochen. 49) Für 
nhd. sagen setzen wir 
mhd. sagen an. Vgl Lexer: Mhd. Wörterbuch. 50) Die Lautentwicklung zu 
offenem ä ist selten. Sie ist ein Merkmal, durch das die Balzner Mundart charakterisiert werden kann. 51) Die Nasalierung, die regelmässig nur im Unterland eintritt, ist in diesem Fall sehr schwach. Vgl. Jutz 1925, S. 108. 52) 
Das i wird in diesen Fällen im Oberland gedehnt. 53) heisst in Triesenberg 
[aeti] Äti. 54) Die Dehnung in offener Silbe ist. nur im Unterland konsequent durchgeführt. Im Oberland ist sie ohne Regelmässigkeiten partiell distribuiert. 55) Siehe Anmerkung 47. 56) Ebenda. 57) Diese Belege stammen von Jutz und wurden in der Aufnahme lediglich als Spontanmaterial erhoben. Zu beachten ist der Trans- kriptionsunterschied zwischen Jutz und unserer Arbeit. Jutz: [(] entspricht in etwa unserem [el. 58) Durch Vokalspaltung kann für mhd. o einmal geschlossens [o], einmal offenes [o] eintreten. Durch die Senkung von 
mhd. ü zu mda. geschlossenem 
o, ö kam es zu einer Gleichlautung mit den Entsprechungen von 
mhd. o,ö (vgl. Gabriel 1985. S. 127). 59) Bei den Aufnahmen im Unterland konnten wir individuelle Schwankungen bezüglich der Nasalierung feststellen. 60) Ebenda. 61) In einzelnen Fällen hat der Sekundärumlaut im Unterland eine offenere Qualität als im Oberland. Diese Feststellung, die Jutz (1925, S. 108) noch konsequent für die Gemeinden Gamprin/Bendern, 
Eschen, Ruggell, Schellenberg gemacht hat, gilt heute so auch in Mauren. Die Gewährsleute in Mauren sehen das [ae] als typisches Mundartmerkmal ihrer Ortschaft. Vor allem die Gemeinde Schellen- berg aber zeigt nach unseren Erhebungen einen anderen Wert als das übrige Unterland, nämlich den qualitativ gleichen wie das Oberland. So sagt man in Ruggell zum 
Beispiel sääga (sagen) oder Slrääl mit [ae], in Schellenberg aber mit [e]. 62) Dieser Laut wurde nicht erhoben. 63) Gabriel (1981, S. 199) notiert für diese Wörter überoffene Qualität. Diese konnten wir bei unserer Erhebung nicht feststellen. 64) Die Dehnung stammt hier von der unumgelauteten Grundform Hose, wo das o in offener Silbe steht. 65) In dieser Gemeinde ist neben diesen Ausnahmen auch die Normalform möglich. 66) Ebenda. 67) Basismundartlich ist das 
mhd. ä in gleicher phonetischer Form nicht erhalten geblieben. In ganz Liechtenstein hat sich hauptsäch- lich der Wandel zu 
offenem o: schon früh vollzogen. 68) Das 
Wort rära ist im Unterland nicht belegt. Hier 
heisst esgrätsa. 69) siehe Anm. 62. 70) Ebenda. 71) Ebenda. 71a) Ebenda. 72) Die mda. Form 
[SOÖS] Säue als Pluralform zu 
[su:] Sau kann nicht direkt auf 
mhd. iu zurückgeführt werden. Mhd. setzen wir für das 
Unterland siu zum 
Singular sü an. Entsprechend der Normalent- wicklung in dieser Kondition wäre für das Unterland *[soej] zu er- warten. «Im Hiatus und 
vor w ist in ganz Südvorarlberg und Liech- tenstein Diphtongierung, und zwar fast allgemein 
zu pu eingetreten.» (Jutz 1925, S. 99) Gabriel (1981, S. 209) hat [kny:] für das Unterland erhoben. Jutz stellt sie mit Ausnahme von Balzers für das ganze Land fest (Jutz 1925, S. 100). 73) Diese Entwicklung widerspricht der Regel der Monophthongie- rung des 
mhd. ei als besonderes Mundartmerkmal Liechtensteins. Vereinzelt haben wir auch Monophthonge gefunden. Im Hiatus ist die diphthongische Entsprechung [sj] 
regelmässig, Eier. Dieses Wort wird im Unterland als Pluraletantum gebraucht. 74) Gabriel notiert hier für Gamprin, Ruggell und Schellenberg offenes o in [go:s] und für Eschen und Mauren [a:]. Diese Unterscheidung ergab sich durch unsere Aufnahme nicht mehr. Es heisst entweder [gsjs], [go:s] oder auch [gu:s]. Vgl. auch Jutz 1925, S. 91. 75) siehe Anm. 62. 76) Die Quantitätsunterschiede entsprechen den Ausführungen von Jutz 1925. 161, indem die Dehnung des ersten Bestandteils der Diphtone nicht durchwegs Regel ist. 77) Imma und Biene sind beide in der Basismundart gebräuchlich. 78) Die Gliederung der Konsonanten richtet sich nach der mhd. Phonetik. Hintangestellt werden die mhd. Graphemvarianten. 79) Für 
mhd. k stellen Jutz 1925 und VALTS im In- und Auslaut mit wenigen Ausnahmen mda. [k] und im Anlaut [kh] fest. 237
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.