DIE MUNDART DES FÜRSTENTUMS LIECHTENSTEIN ROMAN BANZER Tabelle 23: Korrelation Rededeterminanten / Lautwandel im Unterland, N = 168 Tabelle 24: Basismundart- liche Varianten in Er mit Konsonanten in %, N/Ge- meinde = 12 
Durchschnitt- Pendler Stationäre Manuell Nicht-Manuell basismda. Varianten in bmW basismda. Varianten in nbmW 
% 83,0 38,8 
% 82,5 34,6 
% 83,6 43,0 
% 83,2 38,7 
% 82,9 39,0 Nr. Betrifft Beispiel B 
T V s 
E M G R Sb HSb 43 
Restitution n 'Fenster' 87 100 100 87 87 62 50 37 37 50 44 Restitution r 
'nur' 100 100 100 50 100 75 50 50 75 50 45 K nbmW 'mehrfach' 66 25 0 66 100 100 100 0 0 0 46 
Restitution x 'sich' 75 
75 75 100 100 100 50 
50 75 75 47 x, nbmW 'grundsätzlich' 50 50 75 50 
25 50 50 66 50 25 48 d in -nd, 
-Id-'Wald' 100 100 66 100 
66 50 80 58 55 33 49 
d in -nd, -Id-, nbmW 'Waldweg' 100 
100 100 100 75 50 25 
25 50 75 50 s 
'Eis' 100 100 100 100 100 100 100 100 100 100 51 k im Anlaut 
'Kasten' 100 100 100 100 
100 100 100 100 100 100 52 k vor nK 'dunkel' 100 
100 100 100 100 100 100 100 100 100 53 ch intervokalisch 'machen' 100 100 100 100 
100 100 100 100 100 100 4.6. SCHLUSS «Europas Trottel, die niemand mehr versteht» titelt Jost auf der Maur polemisierend in der Weltwoche vom 2. April 1992 und stellt fest, dass die Mundart in der Schweiz immer mehr Bereiche einnimmt. «Nur für eine Minderheit ist es selbstverständlich, mit Deutschen und Österreichern sofort in der Schriftsprache zu sprechen. Die Mehrheit hält min- destens so lange am Dialekt fest, als die Verständi- gung sichergestellt ist. Die Hochsprache ist unbe- liebt. Der Unterschied zwischen Deutschschwei- zern und Deutschen wird als bedeutender empfun- den als zwischen Romands und Franzosen oder Tessinern und Italienern.» In dieser Situation war besonders interessant zu erfahren, in welchem Verhältnis Mundart und Hochdeutsch im Fürstentum Liechtenstein zu- einander stehen. Die Nachbarschaft zweier unter- schiedlicher Sprachsysteme, das zweistufige 
(Mundart - Hochdeutsch) der Schweiz und das mehrstufige (Mundart - Umgangssprachen - Hoch- deutsch) in Österreich, bot für unseren Untersu- chungsraum eine beachtenswerte Ausgangslage. Man hätte annehmen können, dass die Einbindung in den österreichischen Wirtschaftsraum noch zu Beginn dieses Jahrhunderts Spuren im Sprach- sytem Liechtensteins hinterlassen hat. Dies konnte durch unsere Untersuchung widerlegt werden. Teilnehmende Beobachtungen, die darauf hinwei- sen, dass durch liechtensteinische Mundartspre- cher eine dem Österreichisch nahestehende Um- gangssprache gebraucht wird, sind die grosse Aus- nahme und beschränken sich auf enge Kreise, die in starkem und dauerndem Kontakt zu Bekannten im Nachbarland stehen. Die Sprachsituation Liech- tensteins ist beinahe deckungsgleich mit derjenigen der Schweiz. Die Ausnahmen hierzu wurden auf den Seiten 174 f. dargestellt. Der Begriff der «me- dialen Diglossie» (man spricht Mundart und schreibt Hochdeutsch) ist als Faustregel auch auf 233
        

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