ren abhängt. Zu diesen Faktoren können neben möglichen anderen folgende gehören: Die Grösse der Sprachgemeinschaft, die eine Neuerung be- nutzt; das «Alter» eines nichtbasismundartlichen Wortes; die Nähe zu anderen Neuerungen. Nichtbasismundartliche Wörter, deren Laute sel- ten basismundartlich realisiert werden, sind oft sehr «junge» Neuerungen (Leitblatt). Bei den nichtbasismundartlichen Wörtern stellt sich die Frage nach der Fähigkeit der Mundart, fremde Lexeme aufzunehmen und anzupassen. Wir unterscheiden nichtbasismundartliche Wörter mit mundartkonformer Morphologie (z.B. Eigen- heim) und nichtbasismundartliche Wörter mit mundartfremder Morphologie (z.B. Schwierigkeit). Die grosse Zahl an hochdeutschen Neuerungen in der Phonetik ist vor allem in Zusammenhang mit der Lexik und Morphologie zu sehen. Hochdeut- sche Wörter mit mundartkonformer Morphologie werden phonetisch angepasst. Bei der Übernahme von hochdeutschen Wörtern mit mundartfremder Morphologie erfolgt zum grössten Teil keine voll- ständige Anpassung an die Ortsmundarten Liech- tensteins. Als Beispiel seien hier die hochdeutschen Suffixe -heit oder -keit genannt, die über den Im- port standarddeutscher Wörter immer häufiger Verbreitung finden und das mda. native -i (/dymi/, Dümmi ), das originär zur Suffixbil- dung aus Adjektiven dient, immer mehr ver- drängen. Zu beachten ist hier der interessante Fall des nichtbasismundartlichen Kompositums (Eigen-heim). 
Dieses Kompositum, bestehend aus zwei ba- sismundartlichen Wörtern /as:gq/ (Ol), /ä:gq/ (Ul),  und /hse:m/ (Ol), /hä~ :m/ (Ul) , ist ein nichtbasismundartliches Wort. Während jeder Teil für sich wenig Neigung zur Variation zeigt, sind die Laute in den Komposita stark variabel. 39,1 Pro- zent aller Probanden haben das mhd. ei nichtbasis- mundartlich produziert. Die Untersuchung Banzer 1990 zeigt, dass eine Aussage zur Anzahl der nichtbasismundartlichen Wörter in den Ortsmundarten nicht ohne weiteres generalisiert werden kann. Vor allem das Alter, das Gesprächsthema und der Öffentlichkeitsgrad sind ausschlaggebend für den Gebrauch von nichtbasis- mundartlichen Wörtern. Die Untersuchung zum Wandel des Lexikons der Mundarten des Fürstentums Liechtenstein erfolgt anhand eines eigens erhobenen Korpus. Hierbei wurden freie Gespräche auf Tonband aufgenom- men und transkribiert. Die Probandenwahl erfolgte mit gewissen Einschränkungen nach dem Zu- fallsprinzip. Dadurch ergaben sich acht Texte. «Ein Text besteht aus durchschnittlich 513 Wörtern (N). Das entspricht einer Gesprächsdauer von etwa fünf Minuten. ... Die Texte umfassen insgesamt 4105 Wörter, davon gehören 403 oder 9,8 Prozent nicht zur Basismundart. Die Texte 1 bis 8 zeigen signifi- kante Unterschiede in der Anzahl der basismund- artlichen Wörter» (Banzer 1990, S. 351). Wenn hier ein Mittel von rund 10 Prozent nichtbasismundart- licher Wörter im Alltagsgebrauch angenommen wird, so muss man sich bewusst sein, dass in den Lexik FL 
Tabelle 18: Varianten und Lexik, N = 4105 Wörter nbmW 10% bma fremd produziert produziert 59 % 41 % 
bma fremd produziert produziert 80% 20% 222
        

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