Der Proband oder die Probandin sollen grundsätz- lich folgendem idealen Anforderungsprofil entspre- chen: Berufstätigkeit: manuell oder nicht manuell Pendlerstatus: Pendler oder Stationär Alter: 25-45 Jahre Bildung: indifferent Muttersprache: Liechtensteinische Ortsmundart Nationalität: FL und andere Die Übersetzungssätze und deren Auswertung müssen folgendes beantworten: 1. Gibt es für mhd. [x] mda. variabel /p/ oder /q/? 2. Werden die potentiellen Variablen variabel ge- braucht? 3. Wie lautet die variable Entwicklungsrege] (vEr)? 4. Woher stammen die neuen Variablen? 5. In welchen Ortsmundarten gilt die vEr? 6. Welches sind die Variablen in den vEr? 7. Wie lautet die vEr im linguistischen Zusam- menhang? 8. Korreliert der Gebrauch der vEr mit räum- lichen und linguistischen Faktoren? 9. Korreliert der Gebrauch der vEr mit sozial be- dingten Rededeterminanten? 10. Lassen sich aus der geographischen Lokalisie- rung der Neuerungen Angleichungsvorgänge der Ortsmundarten erkennen? 11. Besteht ein Zusammenhang zwischen Laut- neuerung und lexikalischer Neuerung? 12. Gibt es Lautwandel? 4.2.4. DAS INTERVIEW Die Sprachdatenerhebung geschah mit Überset- zungssätzen in einer direkten Erhebung. Die Pro- banden wurden gebeten, die auf Papier vorliegen- den Sätze in Mundart zu formulieren. Der Explora- tor hielt auf einem nur ihm vorliegenden Auswer- tungsbogen während des Interviews die jeweils zu erhebenden Laute fest. Dieser Arbeitsgang wurde dadurch erleichtert, dass der Auswertungsbogen in 
der Art des multiple-choice vorstrukturiert war. Mögliche Varianten des zu produzierenden Lautes waren auf dem Auswertungsbogen vorgegeben und konnten bei der Erhebung angestrichen werden. Abweichungen davon wurden notiert. Die Inter- views mit den Übersetzungssätzen wurden nicht auf Tonband festgehalten. Wir glaubten dadurch die Gesprächssituation, die durch das Vorlesen von Sätzen ohnehin «unnatürlich» genug ist, nicht noch mehr zu belasten. Die Determinaten auf der Rezi- pienten- und Gegenstandsseite wurden bei allen Interviews gleich gehalten. Determination auf der Rezipienten- und Gegen- standsseite: angenommene Sachkompetenz: hoch vermuteter Rang: indifferent Thema/Inhalt: Information Anzahl Hörer: 1 Stil: formal Vorbereitung: nicht vorbereitet Raum: Heim des Probanden Öffentlichkeit: keine Untersuchungs- instrument: Übersetzungssätze Den Probanden wurden zu Beginn des Interviews drei Sätze zur Probe vorgelegt, die nicht in die Erhebung aufgenommen wurden. Hier konnten die Vorgehensweise und mögliche Probleme aufgezeigt werden. Die Erhebungen haben gezeigt, dass die Übersetzungssätze bis auf wenige Ausnahmen kei- nerlei Schwierigkeiten bereiteten. 4.3. ERGEBNISSE Wenn der Heterogenitätsbegriff länger brauchte, bis er mit Überwindung des Strukturalismus in den Sechziger Jahren Einlass in die deutsche Dialekto- logie fand, ist der Vorgang der Durchmischung und des Ausgleiches unter den Mundarten schon länger ein Thema. «Bekanntlich erklärte seinerzeit Ferdi- 216
        

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