art entsprechend realisiert werden. Die Vergleich- barkeit der Laute basiert auf der Hypothese, dass der Lautwandel regelmässig abläuft, so dass in allen Gemeinden, oder in definierten Zusammen- fassungen einzelner Gemeinden, Laute in Ablei- tung von mhd. Ausgangselementen eine identische Entwicklung durchmachen. Die Schwankungen können - müssen aber nicht - ein Indiz für Verän- derungen im System sein. Die Beschreibung der Variation wird mit Hilfe von historisch formulierten Entwicklungsregeln durchgeführt. Die Grundlage ist demzufolge ein hi- storisches, diachrones Vorgehen. Die Basismund- art als theoretisches Konstrukt postuliert die iden- tische Realisation der Lautklassen im Idealfall. Daraus ergaben sich die im vorhergehenden Kapi- tel formulierten kategorischen Entwicklungsregeln (kEr). Die nicht den basismundartlich Entwick- lungsregeln entsprechenden Lautentwicklungen der Ortsmundarten werden durch variable Ent- wicklungsregeln (vEr) beschrieben, die jenen Zeit- punkt des Verlaufs des Lautwandels festhalten, in dem die alte und die neue Form nebeneinander existieren. Für unseren Fall erfolgt die Beschreibung des Status der Variabilität einer variablen Entwick- lungsregel nicht nach Wahrscheinlichkeitsprinzi- pien. Den kategorisch und variabel gebrauchten Lauten einer Entwicklungsregel werden aus der Analyse des Korpus Prozentzahlen zugeordnet, die zeigen, welcher Laut in welcher Gemeinde für den beschriebenen Fall von den vier Probanden wie häufig gebraucht wird. kEr: Mhd. [xj wird in einer bestimmten linguistischen Kondition in der Gemeinde Y zu [zj. 
vEr: Mhd. [x] wird unter bestimmten linguistischen und extralinguistischen Konditionen in der Gemeinde A in yl % zu [zl] der Gemeinde B in y2 % zu [z2] der Gemeinde C in y3 % zu [z3] der Gemeinde n in yn % zu [znj. Die extralinguistischen Konditionen sind im kom- menden noch zu klären. 4.1.2. BASISMUNDARTLICHES WORT Wir unterscheiden zwischen basismundartlichem Wort (bmW) und nichtbasismundartlichem Wort (nbmW). Die Definition des Terminus «nichtbasis- mundartliches Wort» fällt schwer, weil es keine ob- jektiven oder linguistischen Werte gibt, die eine eindeutige Zuordnung vorschreiben. Wir gebrau- chen eine Arbeitsdefmition, die sich an die Be- griffserklärung des Terminus «Basismundart» an- schliesst. Ein Wort ist nichtbasismundartlich, wenn es eine oder mehrere der nachfolgend genannten Bedingungen erfüllt. a) Wenn ein Wort von den Benutzern als nichtba- sismundartlich empfunden und nicht geduldet wird, d.h. wenn das Sprachverhalten der Pro- banden die Fremdartigkeit dadurch bestätigt, dass das Wort vermieden oder übersetzt wird, oder aber allgemein Schwierigkeiten in der Lautproduktion verursacht. b) Wenn historisch abgeschätzt werden kann, dass ein Lexem erst in jüngster Vergangenheit in die Ortsmundarten aufgenommen wurde. Tabelle 10: Variabilität •-• - — - : - .—=—- - Tnvariabilität * Variabilität Inväriabilität . . .. • ; " s 
| _ ' /kliuni/ ; u) /kharti/ , /kliOni/ | \ j§,/khOfri/ "• \. -f 208
        

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