die Fähigkeit, Mundarttexte zu lesen» (Lehrplan für die Primarschule, Verordnung vom 26. Nov. 1985, LGB1. 1986 Nr. 14). Die Lehrpläne der Ober- stufe sprechen von Sprachgestalten, Sprachverste- hen oder Sprachbeherrschung. Lehrziel für das Fach Deutsch am Liechtensteinischen'Gymnasium ist nach Lehrplan «eine angemessene Sprachkom- petenz sowie Verständnis für das Geistesleben im deutschsprachigen Kulturraum und somit die Vor- bereitung auf die Hochschule». Die Begriffe Mund- art oder Dialekt tauchen in diesen Lehrplänen nicht mehr auf. Unter Sprache wird hier selbstre- dend die Standardsprache verstanden. Trotzdem gibt es natürlich auch in der Oberstufe immer wieder Sprechsituationen, in denen Mund- art gesprochen wird. Grundsätzlich nimmt der Ein- satz des Standarddeutschen als Unterrichtssprache mit höherer Schulstufe und Schulklasse zu. Im Kin- dergarten sind es Ausnahmesituationen, wenn Hochdeutsch gesprochen wird. Dies geschieht etwa mit einem Kind, das den Dialekt nicht versteht, mit dessen Eltern oder auch in einer Teamsitzung bei der jemand anwesend ist, der die Mundart nicht beherrscht. Mit zunehmendem Alter wächst das Kind unbe- wusst in eine schulinterne «Fachdiglossie» hinein. Darunter verstehen wir die Verwendung von Mundart in den musischen Fächern Zeichnen, Tur- nen, Musik, Werken, Handarbeit, Lebens- und Be- rufskunde sowie in den Klassenstunden (Stunden mit dem Klassenlehrer zur Besprechung organisa- torischer Fragen) und von Hochdeutsch in den kur- sorischen Fächern Mathematik, Fremdsprachen, Deutsch, Geschichte, Geographie, Chemie, Physik, Biologie, Medienkunde, Geschäftskunde usw. Allge- Tabelle 7: Stellenwert der Mundart in der Schule 
mein wird in themabezogenen Diskussionen, in Rollenspielen, in geführten Gesprächen, in Grup- penarbeiten, in Vorträgen, in Frage- und Antwort- spielen sowie im Fach Deutsch und in provozierten autoritär lancierten Sprechsituationen Hoch- deutsch gesprochen. Ausser in besagten Fällen sind die Schüler aus eigenem Anlass kaum bereit, Hochdeutsch zu sprechen, zumal es hierfür inner- halb der diglossischen Sprachsituation auch keine einleuchtende Begründung gibt. In sehr vielen Fällen (83 Prozent der Lehrer ha- ben auf eine diesbezügliche Frage mit Ja geantwor- tet.) gibt es in den Schulstunden Situationen, in de- nen Mundart gesprochen wird, obwohl für dieses Fach Standard vorherrschend ist. Etwa im persön- lichen Kontakt mit dem Schüler, zu Beginn der Schul- stunde, zur Auflockerung, zur Besprechung von Organisatorischem oder als Erklärungshilfe, wenn es in Hochdeutsch Verständigungsschwierigkeiten gibt, für Zurechtweisungen, um Aufmerksamkeit herzustellen, in der Klassenstunde allgemein, in Dis- kussionen, für Arbeitsanweisungen, in Gruppenar- beiten oder in Rollenspielen, im privaten Gespräch während einer Prüfung.29 Selten reden die Schüler untereinander, die Leh- rer untereinander oder Schüler mit Lehrern aus- serhalb der Schulstunden Hochdeutsch. Dies ge- schieht vor allem im Gespräch mit fremdsprachi- gen Kommunikationspartnern, die die Mundart nicht verstehen. In Nachahmung von Film und Fernsehen gebrauchen die Schüler untereinander hie und da das Standarddeutsch. Jene, die die Mundart in den Schulstunden be- wusst als didaktisches Mittel einsetzen, bezwecken damit folgendes: Allgemein zum Aufbau von per- Oberstufe ' ' Unterstufe! Kindergarten Ol Of ' Of /o /o /o 8 ' 11; * •, 64 33: " 29 l • * \ 32 33 39 \ * 4 22 • * 2i .0. 4 * Ö .0 
Stellenwert Mda. sehr hoch hoch mittel niedrig sehr niedrig 166
        

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