DIE MUNDART DES FÜRSTENTUMS LIECHTENSTEIN ROMAN BANZER halb kirchlicher Anlässe in der eigenen, nicht liech- tensteinischen Mundart. Gesamthaft gesehen ist die Kirche eine der wenigen Domänen, in der das Hochdeutsch eindeutig Vorrang hat. Der Gebrauch der Mundart bei kirchlichen Anlässen ist ver- schwindend klein. Es lässt sich also in diesem Fall mit Recht von einer Domäne sprechen, die die Sprachverwendung eindeutig regelt. Weil die Anzahl der Probanden in dieser Domä- ne zu gering ist, erübrigt sich eine Darstellung in Tabellenform. 2.4.4. BILDUNGSWESEN In Liechtenstein gibt es folgende Bildungseinrich- tungen: Kindergärten, Primarschulen, Hilfsschu- len, Sonderschulen, Oberschulen, Sekundärschu- len, Realschulen und ein Gymnasium.28 Zudem exi- stieren folgende private oder halbprivate Unter- richtsstätten: Das Abendtechnikum, die Arbeits- stelle für Erwachsenenbildung, die Musikschule, die Internationale Akademie für Philosophie, das Liechtenstein-Institut, das Bildungshaus Gutenberg und die Waldorfschule. Es fehlen unter anderem Berufsschulen und Universitäten. Untersucht wur- den die öffentlichen Schulen. Diese wurden unter- teilt in Unter- und Oberstufe. In der Oberstufe werden die 10 Sekundärschu- len, das Liechtensteinische Gymnasium, die 4 Real-schulen 
und 5 Oberschulen des Landes zusammen- gefasst. Diese Schulen sind zentralisiert, und in ih- nen werden 1696 Schüler von insgesamt 204 Leh- rern (inklusive Teilzeitlehrer) aus verschiedenen Gemeinden unterrichtet. In die Umfrage wurden 154 Lehrer und Lehrerinnen miteinbezogen. In der Unterstufe sind die 14 Primarschulen, die Hilfsschulen und eine Sonderschule zusammenge- fasst. Die Primarschulen sind dezentralisiert in den Dörfern, und in ihnen werden 1807 Schüler von 139 Lehrern unterrichtet. Ebenfalls befragt wurden die Kindergärten. Hier werden 784 Kinder von 52 Kindergärtnerinnen un- terrichtet. Über 70 Prozent der antwortenden Lehrer und über 60 Prozent der Schüler haben nach dem Urteil der Lehrer eine Mundart des Fürstentums Liechtenstein als Muttersprache. Die aktive Mund- artkompetenz ist hoch. Grösstenteils sind die Schü- ler in der Lage, die Mundart Liechtensteins zu verstehen. Laut Umfrage gibt es an den Liechten- steiner Schulen keine Lehrer, die die Mundart des Landes nicht verstehen. In der Verfassung des Fürstentums Liechten- stein ist die deutsche Sprache als Staats- und Amts- sprache festgelegt. Darüber hinaus legt kein Ge- setz, keine Verordnung und auch keine Weisung den Sprachgebrauch in den Schulen fest. Obwohl im Schulgesetz von 1971 in 142 Artikeln alles juri- stisch festgelegt scheint, findet sich auch hier keine Aussage zur Unterrichtssprache. Der Problematik Tabelle 4: Muttersprache •• der Schüler und Lehrer 
ä Oberstufe Unterstufe ' Kindergärten O/ O/Il 0/ /o „ /o /o Muttersprache der Lehrer Mda. FL 
53 
! • 78 85 ändere Mda. 
42 . 16-9 Hd. • 5 • . 6-6 Muttersprache .der Schüler* Mda. FL 
60 ' • 62 62 andere Mda. 
28; 27 26 Hd. 9 
6 f 2 Fremdsprache, 
3 5' 10 1 i * Aussagen der Probanden über andere.. 163
        

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