ten vor uns, der ein authentisches Bild der Südseite (Abb. 3) zeigt und damit die wichtigsten Gebäude des nachmittelalterlichen Vaduzer Burgkomplexes wiedergibt: Burgtor zum Westzwinger, Saalbau, Südrondell und Bergfried sowie Gartenanlage. Die Bildquelle ist als Ergänzung zu zeitgenössischen Schriftquellen für die Bauforschung von unschätz- barem Wert. Sie ist als Begründung für mögliche Rekonstruktionen, wie es die Zeit der Jahrhundert- wende, auch damals schon vergeblich, versuchte, jedoch untauglich. Das in der Würde der ganzfigurigen Darstellung gehaltene Herrscherbildnis von Franz Wilhelm I. von Hohenems-Vaduz (Abb. 1) - seinerseits nur die linke Hälfte des zusammengehörigen Ehepaarpor- träts mit Eleonora-Katharina von Hohenems-Für- stenberg (Abb. 2) - konnte in seinen formalen und inhaltlichen Strukturen als Herrschaftslegitimation für die Vaduzer Linie der Hohenemser Reichsgra- fen entschlüsselt werden. Dass dies zu einer Zeit stattfand, in der sich das Haus Hohenems im finan- ziellen wie politischen Niedergang befand, ist tragi- sches Schicksal des dargestellten gerade 34-jähri- gen Grafen. Sein nach innen gekehrter Blick ist vielleicht das Ehrlichste auf dem Bildnis aristokra- tischer Repräsentation. Abb. 12: Südansicht von Schloss Vaduz auf einer Fotografie von 1909 138
        

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