DR. MED. FRANZ XAVER GASSNER 1721/22 BIS 1751 RUDOLF RHEINBERGER sehr ungesund.11 Dazu kam, dass im «k. k. Tyroler Regiment» eine Seuche ausbrach, welche allein vom September 1746 bis Juni 1747, also in der kur- zen Zeit von 9 Monaten, die hohe Zahl von 271 Todesopfern forderte. Über die Art der Seuche ist nichts bekannt, doch muss es sich um eine hoch- infektiöse Krankheit, wie zum Beispiel Typhus gehandelt haben. Eine Folge davon war auch, dass es eine Menge von Deserteuren gab, welche dieser Krankheit zu entrinnen suchten. Diese wurden zum Teil standrechtlich hingerichtet.12 Die Festung, deren Erbauung auf den Beginn des 17. Jahrhun- derts zurückreicht, muss sich zu dieser Zeit in einem sehr vernachlässigten Zustand befunden ha- ben, denn zerfallene Wälle, Bastionen, Brücken und Kasernen konnten wegen Mangel an Geld nicht repariert werden.13 In diese Situation hinein wurde am 3. Juni 1747 auf Vorschlag des Leibarztes Elias Engel Dr. Franz Xaver Gassner zum Garnisonsarzt der Reichsfe- stung Philippsburg ernannt. Dies zunächst auf die Dauer eines Jahres mit 500 Gulden Besoldung. Da sich dann nach Jahresfrist seine weitere Anwesen- heit in der Festung als unbedingt notwendig er- wies, billigte Kaiserin Maria Theresia am 10. Juli 1748 den Vorschlag des Hofkriegsrates, Dr. Franz Xaver Gassner bei gleichbleibender Besoldung von jährlich 500 Gulden auf Dauer anzustellen.14 Schon im Herbst des Jahres 1747 meldete Gene- ral von Hagen, dass Gassner erkrankt sei und sich zur Luftveränderung vorübergehend aufs Land be- geben müsse. Über die Art dieser Erkrankung ist nichts überliefert, doch scheint er sich davon bald wieder erholt zu haben, so dass er seinen Dienst wieder versehen konnte. Eine ernste Erkrankung befiel ihn dann aber Ende des Jahres 1750, an der er am 2. Januar 1751 in der Reichsfestung Philipps- burg im Alter von knapp 30 Jahren starb. Er war unverheiratet geblieben.15 Dr. Franz Xaver Gassner muss ein gebildeter Mann gewesen sein, denn in seinem Nachlass be- fand sich eine interessante Bibliothek. Aus dem Verkauf der aus seinem Besitz stammenden Bücher erwartete man einen höheren Erlös.16 
In dem Protokollbuch des Valentin von Kriss'schen Stipendiums17 findet sich unter «den Früchten, welche bis dahero aus dem Krissischen Stipendio erwachsen, oder welche solches genos- sen» unter der Nr. 8 folgender Eintrag: «Franz Xa- ver Gassner von Triesen, nächster Blutsfreund18 des Stifters Valentin von Kriss, Doctor der Medizin, ein Mann von grosser Furtrefflichkeit, stürbe in praxi19 unter denen österreichischen Hilfstruppen zu Philippsburg den 2. Jan. 1751». 11) Freundl. Mitteilung von Herrn Rainer Schröder, Leiter des Fe- stungs- und waffengeschichtlichen Museums der Stadt Philippsburg. 12) H. Nopp, Geschichte der Stadt und Reichsfestung Philippsburg, 2. Auflage im Verlag der Stadt Philippsburg 1980, S. 509/510. 13) Ebenda. 14) Österreichisches Staatsarchiv, Kriegsarchiv, Wien. 15) Ebenda. 16) Österreichisches Staatsarchiv. Wien. 17) LLA. 18) Blutsverwandter. 19) in praxi = in der Ausübung seines Berufes. 121
        

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