GOTTESFÜRCHTIGE REBELLEN AUS LIECHTENSTEIN ALBERT EBERLE NACHRUFE FLORIAN NIGG135, 1914 Am Ziel Bruder Kornelius darf den besten Mariannhiller Brü­ dern beigerechnet werden. Körpermass und Kraft waren nur mittelmässig, hingegen erreichte seine Seele einen mehr als gewöhnlichen Grad des Tugendstrebens. Sein äusseres Leben verlief wie das der meisten Handwerker, doch sein Inneres stand auf hoher Stufe, wie jahrelanger Verkehr des Sehr, bezeugen kann. Der junge Nigg trat wenige Jahre nach Gründung des Trappistenklosters in Mariannhill ein. Er beteiligte sich an den ersten Notbauten und wohl auch am Aufbau der neuen Kirche. Nach Ablegung der hl. Professe benötigten mehrere Stationen seine Dienste, insbesondere Lourdes und die dortige Missionskirche, eine seiner grösseren Arbeiten. Auch Mariathal und Oetting bedurften seiner Hilfe. Im Juli 1896 ging es zum Mühlenbau am Polela. Dort stellte Br. Kornelius zunächst das Turbinenhaus am Wasserfall her; dann das grössere Mühlengebäude dicht am Umpopmo. 1898-1901 mühte sich der erfahrene Maurermeister am Bau der Reichenauer Missionskirche aus Blau- und Basaltsteinen bis zum Turm, den er bis über den Dachfirst aufführte. Nach Vollendung dieser bedeutenden Arbeit übernahm unser zäh-ausdauernder Maurer die Herstel­ lung von soliden Dippingtanks in Reichenau, Citeaux und Cläirvaux etc. Der Impendhle Mission diente Br. Kornelius längere Zeit, begann den Bau der dortigen Steinkirche und einer Strassenanlage auf den steilen Berg daselbst. 1912/13 beteiligte sich Br. Kornelius stark am Aufbau des umfangreichen Schwestern-Sanatoriums bei Mariathal- Ixopo. Daselbst zog sich der alternde längst bruchlei­ dende Bruder ernste Verkältung zu infolge eines Hagel­ wetters. Auch bildete sich ein Gewächs im Unterleib. Eine erfolgreiche Operation schien ausgeschlossen. So waren dem geschwächten Kranken schmerzvolle Leidenswo­ chen beschieden in Mariathal. Zwei Ärzte konnten ihm wenig helfen und die treue Pflege der Mitbrüder nur die Leiden des langsam Sterben­ den in etwa lindern. Der geduldige Kreuzträger verschied nach Empfang aller hl. Sakramente auf dem Schmerzens- lager in der Mitte des Herz Jesumonates, der ihm so viele Jahre hindurch besonders lieb und treu gewesen. Zufällig konnte ich mit den Bewohnern der Station Ma­ riathal und sehr vielen Schwarzen an der Beerdigung von Br. Kornelius teilnehmen. Nun ruht der Dulder bereits 37 Jahre aus von seinen Mühen. Als Ordensmann war Bru­ der Kornelius sehr pünktlich und gewissenhaft. Trotz der schweren Arbeit 
erstaunlich müssig bei Tisch und genüg­sam 
in allem. Er zeigte sich im Verkehr auch als guter Denker und konnte infolge seiner Belesenheit auch schwierige Fragen trefflich lösen. Tief religiös veranlagt lebte der strebsame Bruder aus dem nüchternen Glauben und wirkte sein Heil in Frucht und Treue. Bei längerem Zusammenleben und -arbeiten konnte ich vieles von seinem Innren erfahren und darf sa­ gen, dass Br. Kornelius ein heiligmässiges Leben der Ar­ beit und Busse in Gebet und Tugendfleiss geführt hat. Möge ihm der volle Lohn des guten und getreuen Die­ ners für alle Ewigkeit beschieden sein!136 THEODOR NIGG, 1892 On August 10 th of last year just a decade had passed since Br. Nigg went to his rest at Keilands. The name of this good little lay-brother by this time must be quite fa- miliar to readers of this journal; among all the members of the Zambesi Mission it is a household word. No öne endeared himself more to all than did this genial little soul, his cheerfulness was proverbial and could be im- paired neither by difficulties, disappointments nor per­ sonal suffering. Br. Nigg went up into the interior with the first party of our missionaries in 1879 and he remained for several years in Zambesia. He was always most useful to our Fathers as there was scarcely anything to which he could not put his hand; moreover he was a very hardworking man and a thoroughly good religious. He was terribly handicapped by chronic dysentry, the result of that pain- ful experience at Moemba which has already been de- tailed in these pages, but it could not rob him of his energy and light-heartedness. After being recalled from the Zambesi he lived for a time at Dunbrody and then went to Keilands, where he passed the last two years of his life. Here he soon won the affection, not only of the Fathers, but of the natives, who were always eager to work with him and enjoyed listening to his merry flow of talk in the Sindebele tongue. Before he left Holland for South Africa Br. Nigg had gi- ven to him a little statue of our Lady of Good Counsel, and he was very much attached to it. In Holland he had built for a similar statue a chapel, which had become regulär 133) Salesia Strickler war zu diesem Zeitpunkt Generaloberin der Menzinger Schwestern. 134) Archiv des Instituts in Menzingen, VI, 2. 1. 10. 135) Cornelius war der Klostername von Florian Nigg. 136) Archiv der Missionare CCM, Mariannhill, Brüderverzeichnis Nr. 95, S. 222 f. 113
        

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