I Anhang DIE VORGESCHICHTE ZUM NIGG-STREIT FRANZ NIGG AN DIE REGIERUNG, 5. FEBRUAR 1878 Hohe fürstliche Regierung Wie bekannt, wurde in den 1860er Jahren der neue Strassenzug von der Talsohle über Maschlina und Mat- schils an den Triesnerberg gebaut. Da wurde auch von der fürstlichen Regierung der Gemeinde Triesen die Erstellung einer Verbindungsstrasse über Matschiis be­ fohlen. Hierentgegen bestimmte der damalige Gemeinderat die Verbindungsstrasse für Triesen und Balzers über Masch­ lina und der 
Vorsteher Josef Bargetzi selig beauftragte die MeierhofbewohnerU dieselben sollen diese Strasse her­ stellen, man werde denselben die Arbeiten vergüten. Und wir arbeiteten von Zeit zu Zeit daran, und wir wurden für die erstere Arbeit vom Gemeindekassier richtig bezahlt. Im Sommer 1874 wurden wir neuerdings von dem Werkmeister Gidi Hoch im Auftrag des Vorstehers Johann Bargetzi aufgefordert noch an dieser Strasse zu arbeiten, was dann auch geschah. Im Herbst genannten Jahres leg­ ten wir beiliegende Rechnung, bekamen aber zur Ant­ wort, der Gemeinderat habe beschlossen uns für letztere Arbeit nichts mehr zu vergüten, weil wir diese Strasse am meisten benützen; dagegen aber war der Triesner Ge- meinderat nie so gut zu beschliessen, dass wir die Wege welche wir in Triesen nie betreten, nicht auch müssen helfen erstellen und verbessern. ; In Folge dieser Erklärung vom Gemeinderät arbeiteten wir nicht mehr an dieser Strasse und dachten zuerst für die geleistete Arbeit bezahlt zu werden. Wir wendeten uns an den stehenden Gemeinderat, welcher aber auch der gleichen Ansicht ist, wie der vorige. Daher sehen wir uns gezwungen an die fürstliche Regierung die untertä­ nige Bitte zu stellen, dieselbe wolle gütigst bewirken, dass diese Sache in Ordnung gebracht wird. Wie auch dafür zu sorgen, dass diese Strasse verbessert wird, weil seither nichts mehr daran gearbeitet worden ist, und dieselbe teilweise in sehr schlechtem Zustand ist. Triesen den 5. Februar 1878 Franz Nigg113 VORSTEHER ERNI AN DIE REGIERUNG, 10. FEBRUAR 1878 Hohe fürstliche Regierung Die der Beschwerdeschrift vom 5. des Monats beigeleg­ te Rechnung von Franz Nigg wurde vom hiesigen Gemein­ derat laut Sitzung vom 9. Februar zurückgewiesen, weil 
schon die damalige Gemeindevertretung während dessen Wirkungsperiode diese Arbeiten ausgeführt wurden, die­ se Forderung nicht anerkannte und weil Forderungen über Gemeindewerkarbeiten, denen die Bestätigung des dirigierenden Werkmeisters abgeht, nicht so leicht berücksichtigt werden können. Auch erscheint diese Rechnung nicht ganz correct, da diese mit der Beschwerdefügung nicht im Einklang steht. Der Beschwerdeführer bekennt sich in seiner Einsen­ dung, dass die diesbezüglichen Arbeiten bis zum Jahre 1874 vom Gemeindekassier richtig bezahlt wurden, und regt vom Domino 1874 an, wären diese geleisteten Arbei­ ten nicht mehr berücksichtigt worden. Nun aber lautet doch die beigelegte fragliche Rechnung für die Jahre 1872 und 1873. Franz Nigg hätte uns, nach Verlangen des Gemeindera­ tes, eine im Einverständnis mit dem damaligen Werkmei­ ster Gidi Hoch angefertigte und vom Letzteren mitgefer­ tigte Rechnung hier einzureichen, von seiner diesbezüg­ lichen Forderung überzeugt Berücksichtigung finden sollen. Im Auftrage des Gemeinderates Triesen am 10. Februar 1878 Wendelin Erni Vorsteher114 DIE BRÜDER NIGG AN DIE REGIERUNG, 10. FEBRUAR 1879 Hohe Fürstliche Regierung Vor acht Tagen haben wir den Ortsvorstand in Triesen ersucht die Verbindungsstrasse von der Landstrasse in die Bergstrasse und zugleich zu unseren Häusern an den schlechten Stellen mit Schotter zu verbessern, denn diese Strasse wurde letztes Jahr, mit Holz und Stein führen un­ gemein ruiniert, 
so dass man mit einem geladenen Wa­ gen, wenn es einige Zeit geregnet hatte, beinahe versun­ ken ist. Dessen ungeachtet sind wir mit unserm Ansuchen, die­ se Strasse zu verbessern, vom Gemeinderat abgewiesen worden. Daher sahen wir uns genötigt, in dieser Angele­ genheit uns an die hohe fürstliche Regierung zu wenden. Denn wir wissen, dass dieselbe sich dieser Sache anneh­ men werde. Wie bekannt wurden jetzt in Triesen Strassen verbessert, welche tausende von Gulden kosten. Nun verlangen die Triesner nicht noch gesetzlich von uns, dass wir denselben die Strassen verbessern, und den Boden dazu auslösen helfen müssen. Es lässt sich daher die Frage stellen, ob wir nicht auch von den Tries- nern gesetzlich verlangen können, dass dieselben uns helfen müssen, die Strasse zu unseren Häusern zu ver­ bessern, da doch die meisten Triesner Bürger diese Strasse auch viel benützen müssen. Schliesslich stellen 104
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.