SPRACHWANDEL IN TRIESENBERG/ERGEBNISSE TONI BANZER lisierten Formen überein. Nur bei wenigen kam es vor, dass im Übersetzungsteil Flexionsendungen vorkamen, wenn sie im Bewertungsteil sagten, sie würden nicht mehr flektieren. Etwas öfter konnte bemerkt werden, dass Informanten behaupteten, die Flexionsendungen selbst noch zu gebrauchen, während aber im Übersetzungsteil keine vor- kamen. Interessant festzustellen war, dass die meisten Informanten, ob jung oder alt, wussten, welche der vorgeschlagenen Formen der Basismundart ent- sprach, auch wenn sie selbst nicht mehr flektier- ten. Insbesonders die Jungen, aber auch die Spre- cher aus der mittleren Generation, fügten meist hinzu, dass ihre Grosseltern beziehungsweise Eltern so sagen würden. UMLAUT BEIM FLEKTIERTEN ADJEKTIV81 Ist beim prädikativen Adjektiv eine kontinuierliche Abnahme der Flexionsendung von den älteren zu den jüngeren Triesenbergern beobachtbar, so muss bezüglich der Umlautbildung eine andere Feststel- lung gemacht werden. Aus der Beleglage des Kor- pus wird ersichtlich, dass die Bildung des Umlautes beim Adjektiv praktisch nur noch bei den älteren Informanten des Samples gebräuchlich ist. Mit Neuerungsanteilen von 97 bzw. 99 Prozent darf ge- sagt werden, dass der Wandel zu den im Tal üb- lichen umlautlosen Formen bei den jüngeren Gene- rationen, A I und A II, kurz vor dem Abschluss steht. Der riesige Prozentunterschied zu den Infor- manten aus A III mit nur 42 Prozent Neuerungen belegt, dass hier der Wandel sehr schnell von einer Generation auf die andere fortgeschritten ist. Um etwas über den Verlauf des Wandels zu sa- gen, ist es deshalb sinnvoll, nur die alte Generation unter die Lupe zu nehmen, bei den anderen lassen sich kaum noch Aussagen machen, da zuwenig Umlaute gebildet wurden. Steht ein Adjektiv, welches Umlaut bilden kann, in attributiver Stellung, so tritt dieser bei den älte- ren Triesenberger/innen öfter auf als bei bei Adjek-tiven 
in prädikativer Stellung. Die zehn Gewährs- leute erzielten folgende Werte: Stellung attributiv: prädikativ: Total: 
Anteil Umlaute 81,5 % (31 von 38) 43 % (25 von 58) 58% (56 von 96) Der deutlich niedrigere Wert bei den prädikativen Adjektiven erklärt sich dadurch, dass der Umlaut ja nur dann gebildet werden kann, wenn das Adjektiv flektiert wird. Weil aber auch bei den alten Infor- manten unflektierte prädikative Adjektive vorkom- men, kann hier kein Umlaut mehr auftreten. Flektierte Adjektive bilden den Umlaut nur im Femininum Singular und im Neutrum Plural. Auf- grund der Tatsache, dass in prädikativer Stellung im Singular mehr Adjektive flektiert werden als im Plural, verwundert es nicht, dass auch der Anteil der Umlaute im Fem. Sg. deutlich höher ist als im Neutr. PL: Genus/Numerus Fem. Sg.: Neutr. PL Total: 
Anteil Umlaute 79 % (38 von 48) 37% (18 von 48) 58% (56 von 96) Aus dem bisher Gesagten kann geschlossen wer- den, dass flektierte Adjektive bei den alten Ge- währsleuten aus Triesenberg besonders im Femi- ninum Singular in attributiver Stellung Umlaut bil- den, während die wenigsten Umlaute im Neutrum Plural bei prädikativer Stellung zu erwarten sind. Das Korpus zeigt folgendes konkrete Resultat:82 76) Siehe S. 24f. 77) Ebenda. 78) Ebenda. 79) Vgl. S. 52. 80) Vgl. Fragebogen, Anhangs. 78. 81) Vgl. S. 22f. und S. 51. 82) Die Prozentwerte geben den Anteil an gebildeten Umlauten an. 67
        

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