sind aber ziemlich gering. Mögliche Zusammen- hänge zwischen Geschlecht und Alter sind im Kapi- tel «Alter» besprochen. Auswirkungen des biologischen Geschlechts der Informanten waren im Korpus keine feststellbar. Erst bei Kombination mit den anderen Sozialfakto- ren zeigen sich einige Tendenzen, welche am deut- lichsten immer bei den Frauen-Gruppen sind. So werden am meisten sprachliche Neuerungen von jungen Frauen, von manuell-tätigen Frauen und von nicht-pendelnden Frauen produziert. Dieses Ergebnis müsste statistisch überprüft werden, um seine Zufälligkeit festzustellen. Da die Anzahl Infor- mantinnen in den drei besagten Gruppen mit zwei- mal je zwölf Frauen und einmal neun Frauen aber sehr niedrig ist, ist eine statistische Berechnung nicht sinnvoll. So muss beispielsweise unklar blei- ben, wie stark Informantin Nr. 10, die Mitglied je- B Gesamt I Kommunikative H Manuelle 0 M4 M5 M7 MIO M 11 M 12 M 14 M 15 Abb. 4: Faktor: Berufsart, Neuerungsanteile in Pro- zent 
der dieser Gruppen ist, das Resultat beeinflusst hat. Informantin Nr. 10, eine junge manuell-tätige nicht-pendelnde Frau erzielte am meisten Neue- rungen von allen 58 Befragten.71 BERUFSART Die phonologischen und morphologischen Sprach- wandelprozesse in Triesenberg werden allein durch die Art des Berufes der Sprecher nicht beein- flusst. Dies ergibt die statistische Auswertung der unterschiedlichen Neuerungsanteile, die sich bei keinem der acht variablen Mundartmerkmale als signifikant erwiesen (vgl. Tabellen 1,2 - 1,9 und 11,3, Anhang S. 82ff. und S. 95). Bei der Interpretation darf nicht vergessen werden, dass die Informanten aus A III hier nicht enthalten sind. Abbildung 4 zeigt, dass die Prozentunterschiede meist recht gering ausfallen und somit die Statistik bestätigen. Immerhin ist aber auffallend, dass ent- gegen der Hypothese ausgerechnet die Kommuni- kativen bei vier Merkmalen geringere Neuerungs- anteile produziert haben als die Manuellen, von de- nen eigentlich ein konservativeres Sprachverhalten erwartet wird. Nur zweimal lagen die Manuellen tiefer, und zweimal war der Neuerunganteil bei beiden Berufsgruppen gleich hoch. Es dürfte recht schwierig sein, Begründungen für die festgestellten Befunde zu liefern. Zum einen hilft die Statistik, die besagt, dass die gemessenen Unterschiede mit erhöhter Wahrscheinlichkeit zu- fällig zustande kamen, was bedeutet, dass es an der Zusammenstellung des Samples liegt, dass zu- fälligerweise gerade die Kommunikativen oft etwas besser abschneiden. Offen bleibt aber die Frage, weshalb die Unterschiede so gering sind. Es kann lediglich die Vermutung angeführt werden, dass die Wandelprozesse der letzten Jahre derart stark waren, dass sie ungeachtet von sozialen Faktoren alle Triesenberger/innen der jüngeren Generatio- nen trafen. Teils interessante Befunde ergeben sich bei der Analyse der Gruppen aus dem Sozialfaktor Berufs- art mit den anderen Variablen. Die manuell-tätigen 56
        

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