Fast alle 58 Informanten besitzen die variable Regel: «germ.  im Anlaut > [ch]/[k]». Bei neun Informanten aus Altersgruppe A I allerdings lautet die Regel bereits kategorisch  > [k], und nur ge- rade zwei Informanten, je einer aus A II und A III (Nr. 25 und Nr. 51), haben durchwegs zu [ch] ver- schoben. - Bei Merkmal 14 (Flexion des prädikativen Adjektivs) besteht der signifikante Unterschied zwischen allen Altersgrupen. Die Neuerungsanteile liegen für A I bei 96 Prozent, für A II bei 84 Prozent und für A III bei 57 Prozent (vgl. Tabellen 1,8 und 11,1, Anhangs. 88 und S. 93). Nur noch neun der 28 jungen Informanten flek- tierten mindestens ein prädikatives Adjektiv. Zu- sammen brachten sie es auf 24 von 560 möglichen, wovon allein acht auf Informantin Nr. 16 entfallen.70 Immerhin 14 der 20 Informanten aus A II flek- tieren mindestens ein Adjektiv, d.h., dass bei vielen aus der mittleren Generation die variable Regel noch im Sprachbesitz ist. Die Anteile sind allerdings auch bei diesen 14 Informanten recht gering, so dass zusammen noch 63 von 400 mög- lichen flektierten Adjektiven realisiert wurden. Im Gegensatz zu A I und A II haben alle Vertre- ter von A III die variable Regel in ihrem Sprachbe- sitz, d.h., also, dass alle älteren Informanten die Flexion des prädikativen Adjektivs aktiv gebrau- chen, wenn auch in unterschiedlichem Mass. - Bei Merkmal 15 (Diminutivsuffixe) besteht der signifikante Unterschied zwischen A I und A II mit 72 und 34 Prozent Neuerungen sowie zwischen A I und A III mit 72 und 17 Prozent Neuerungen. Der Unterschied zwischen A II und A III (34 % und 17 %) ist nicht signifikant (vgl. Tabellen 1,9 und 11,1, Anhang S. 89 und S. 93). Obwohl die Informanten aus A I zusammen 72 Prozent Neuerungen gebrauchten, haben nur vier alle Diminutive mit [-Ii] gebildet. Bei den übri- gen 24 Informanten endete jeweils zumindest ein Diminutiv auf ]-i] bzw. [-Iti]. Die variable Regel ist demnach bei den meisten Jungen noch vorhanden, befindet sich aber im Rückzug gegenüber der Ver-wendung 
von [-Ii] als alleinigem Diminutivsuffix. Die Informanten aus A II haben durchwegs die variable Regel im Sprachbesitz, mit Ausnahme von Informantin Nr. 41, welche alle Diminutive mit dem Suffix [-Ii] bildet. Die Anteile an ]-i] und ]-lti]-For- men sind recht hoch. Volle Lebendigkeit geniessen die Diminutiv- suffixe bei den Informanten aus der alten Gene- ration, wo nur ab und zu eine nicht basismundart- liche Konstruktion auftaucht. Die Frage, welches der beiden Suffixe, ]-i] oder [-Iti] häufiger vorkommt, kann nicht so einfach be- antwortet werden. Im Korpus sind nur wenige Be- legwörter, so dass vorsichtig interpretiert werden muss. Die Zahlenwerte deuten aber darauf hin, dass Diminutive auf [-Iti], die nur bei Wörtern, wel- che auf <-el> auslauten, auftreten, etwas weniger häufig gebildet werden. [-i]-Formen [-lti]-Formen AI 37,5 % 21 % A II 67,5 % 64 % A III 92,5 % 76 % (vgl. Tabelle 1,9, Anhang S. 89) B) Bezüglich des Alters der Sprecher besteht ein signifikanter, aber nicht sehr signifikanter Unter- schied bei M 12 (Lenis im Auslaut). Er betrifft nur A I und A III mit 32 bzw. 14 Prozent Neuerungen. Zwischen den Gruppen A I und A II (32 % und 27 %) sowie zwischen A II und A III (27 % und 14 %) sind die Neuerungsunterschiede nicht signifikant (vgl. Tabellen 1,7 und 11,1, Anhang S. 87 und S. 93). Variablen Gebrauch zeigen die meisten der 58 In- formanten, wobei die Anteile der Neuerungen mit zunehmendem Alter der Informanten abnehmen. C) Keine signifikanten Unterschiede, die auf das Al- ter der Sprecher zurückzuführen sind, lassen sich bei M 4 (Mhd. ) und M 11 (walserischer sch- Laut) feststellen. - Bei Merkmal 4 (vgl. Tabellen 1,2 und 11,1, An- hang S. 82 und S. 93) konnte ein Wandel, wie be- reits erwähnt, nur im Wort räss festgestellt wer- 52
        

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