SPRACHWANDEL IN TRIESENBERG/ERGEBNISSE TONI BANZER Das Bild, welches Abbildung 2 zeigt, belegt sehr schön die oft grossen sprachlichen Unterschiede zwischen den einzelnen Gruppen. Zur Interpretati- on sollen die statistischen Daten, welche die Pro- zentunterschiede beurteilen, hinzugezogen wer- den. Die statistischen Signifikanzen zeigen sich bei den einzelnen Merkmalen wie folgt: Statistisch signifikante Unterschiede Merkmal 
signifikant zwischen nicht-signifikant zwischen M4 
A I und A II AI und A III A II und A III M 5 
A I und A II A I und A III 
All und A III M 7 
AI und A III A II und A III 
AI und A II M 10 
A I und A II A I und A III 
A II und A III M 11 
A I und A II AI und A III A II und A III M 12 
A I und A III AI und A II A II und A III M 14 
A I und A II A I und A III A II und A III M 15 
A I und A II AI und A III 
A II und A III A) Die Merkmale M 5, M 7, M 10, M 14 und M 15 weisen sehr signifikante Resultate auf. - Bei Merkmal 5 (altoberdeutsch ) besteht der signifikante Unterschied zwischen den Gruppen A I und A II mit 43 und 15 Prozent Neuerungen sowie zwischen AI und A III mit 43 und 0 Prozent Neue- rungen. Der Unterschied zwischen A II und AIII (15 % und 0 %) ist statistisch nicht signifikant (vgl. Tabellen 1,3 und 11,1, Anhang S. 83 und S. 93). 
Von den 28 Informanten aus Gruppe A I realisie- ren 23 das Merkmal variabel, während nur gerade fünf Informanten stets die konservative [äuJ-Lau- tung zeigten. Die variable Regel ist also von den meisten Jungen übernommen worden. Ganz anders bei der mittleren Generation, wo sich die Neuerungen auf nur sechs der 20 Infor- manten verteilen. Hier haben erst wenige Sprecher die variable Regel in ihren Sprachbesitz aufgenom- men. Noch unberührt von dieser Sprachveränderung zeigen sich die Vertreter der alten Generation. - Bei Merkmal 7 (Umlaut beim Adjektiv) besteht der signifikante Unterschied zwischen A I und A III mit 97 bzw. 42 Prozent Neuerungen sowei zwi- schen A II und A III mit 99 bzw. 42 Prozent Neue- rungen. Der Unterschied zwischen A I und A II (97 % und 99 %) ist nicht signifikant (vgl. Tabellen 1,4 und 11,1, Anhang S. 84 und S. 93). Nur gerade sechs der 48 Informanten aus den Altersgruppen A I und A II realisierten zumindest einen Umlaut. Zusammen erreichten sie neun von 480 möglichen. Dass dabei nur ein Umlaut von den Informanten aus A II gebildet wurde, ist möglicher- weise Zufall, wie ja aus der Statistik hervorgeht. Für die Altersgruppe III, also die alten Men- schen, gilt, dass alle die variable Regel im Sprach- besitz haben. Bei jedem der zehn Informanten kommen aber noch mindestens drei von zehn mög- lichen Umlauten vor. Leider enthält das Sample niemanden mehr, der kategorisch alle Umlaute rea- lisiert hat. Für die jüngeren beiden Generationen muss ge- sagt werden, dass bei den meisten Sprechern auch die variable Regel schon aus dem Sprachbesitz ver- schwunden ist. - Bei Merkmal 10 (germ. ) besteht der signi- fikante Unterschied zwischen A I und A II mit 75 Prozent und 37 Prozent Neuerungen sowie zwischen A I und A III mit 75 Prozent und 30 Pro- zent Neuerungen. Der Unterschied zwischen A II und A III (37 % und 30 %) ist nicht signifikant (vgl. Tabellen 1,5 und 11,1, Anhang S. 85 und S. 93). 51
        

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