BÄUERLICHES WOHNMUSEUM IN SCHELLENBERG NORBERT W. HASLER gelegt hatte. Wir bekamen allerlei, Kathrile und ich etwa eine Puppe, ein Bilderbuch oder ein Buch zum Lesen, die Buben etwa 
eine Mulorgel und ein Kapseiegewehr. Als wir noch klein waren, beka- men wir eine hölzerne Wiege mit einer hölzernen Puppe drin. Diese war schön farbig, aber ange- leimt, man konnte sie nicht herausnehmen. Auch etwa schöne 
farbige Klücker bekamen wir und dazu ein Spiel, wo man diese durch ein Wendeltürm- chen herunterlassen konnte auf eine runde Platte mit Vertiefungen und Nummern. Kathrile konnte schon früh für ihre Puppen schöne Kleider machen. Ich wollte auch, aber ich brachte nichts Schönes zuweg. Neujahr war auch so ein Freudentag. Da gingen wir neujahr wünschen. Schon morgens fünf Uhr sind wir aufgestanden und sind von Haus zu Haus gegangen. Meistens bekamen wir einen Kreuzer, aber hie und da auch mehr. Wir mussten aber mor- gens neun Uhr in der Kirche sein, und wir rannten bei oft hohem Schnee bis nach Unterschellenberg. Der Lehrer wollte die Störung am Morgen früh nicht haben und brachte uns am anderen Tag in ei- ner Papiertüte jedem zehn Heller. Am Neujahr be- kamen wir von Götte und Gotta 
einen Zopf in Ring- form. War das eine Freude! Wir haben die Ringe gespart, bis sie dürr waren. Von der Gotta konnten wir auch 
den Birazelta holen, ich weiss nicht mehr, bekam jedes einen oder alle zusammen nur einen. Man nahm ein grosses Taschentuch mit. Im Hinter- schloss, wo die Gotta daheim war, wurde uns der Birazelta 
ins Sacktuch gebunden mit zwei Knöp- fen. Auch 
am Küchlesonntag holten wir das Küchle in einem Tüchle von der Gotta und auch Ostereier bekamen wir so, einige farbige gekochte und einige rohe. Da musste man sehr aufpassen, dass man nirgends anschlug, was aber auch vorkam. In Feldkirch sah ich das erste Auto, ich weiss nicht mehr in welchem Jahr. Das erste Flugzeug, das ich sah, war der Zeppelin, aber viel, viel später. Das erste Mal Zug gefahren bin ich mit Mama und meiner Base Louise, der Frau vom Götte Hansirg. Ich war vielleicht sieben Jahre alt (um 1900), und wir gingen zu Fuss nach Frastanz, wo eine grosse Baumwollweberei war. Da bekam man allerlei billi-Mathilde 
Hassler (links). Aufnahme 1911, St. Gallen 367
        

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