LIECHTENSTEINISCHES LANDESMUSEUM 1994 Ziehmesser, datiert 1771. Das Ziehmesser, auch als «Reif»-, «Schneide»-, «Schnitt»- oder «Zugmes- ser» bezeichnet, fand früher in fast allen holz- verarbeitenden Berufen Verwendung. Die relativ schmale Klinge mit zwei Griffen liess eine ausseror- dentlich vielseitige Bear- beitung des Holzes zu. Durch die beiden Zuggriffe war eine äusserst kraftvol- le und gezielte Handha- bung möglich. Die Länge der Schneide kann zwi- schen 8 cm und 40 cm variieren. Das Werkstück wurde zur Bearbeitung in eine Hobelbank oder in eine Schnitzbank gespannt und das beidhändig gefass- te Ziehmesser zum Schnitt auf Zug angesetzt. Gratsäge in Schwanen- form mit geschlossenem Griff, 18. Jh. Gratsägen wurden von den Schrei- nern meist selbst angefer- tigt. Der Griff der auf Zug wirkenden Gratsäge wur- de jeweils so geformt, wie er am besten in der Hand lag. Die Vielfalt der Griff- formen ist dafür bei diesen Werkzeugen besonders gross. Schlichthobel, Initialen KK. Bern, 18. Jh. Von alters her gilt der Hobel als das typische Werkzeug des Schreiners. Zwar benutz- ten auch Wagner, Zimmer- mann und Küfer den Hobel bei ihren Arbeiten, aber die Schreiner verfüg- ten über die grösste Viel- falt an Hobelarten. Das Prinzip des Hobels hat sich seit römischer Zeit bis 
ins 18. Jahrhundert nicht mehr wesentlich geändert. Im Laufe der Zeit wurden jedoch zur Bearbeitung von Holz für jeden nur denkbaren Zweck Hobel mit entsprechenden Merk- malen entwickelt. Der Schlichthobel wurde zum Ebnen und Glätten im Anschluss an die Vorarbeit mit dem Schrupphobel oder bei sägerauhen Flächen benutzt. Zimmermanns-Breitaxt, mit Punzierungen, 18./19. Jh. Unter den Zimmerei- Werkzeugen ist die Breit- axt, die es sowohl für Links- wie Rechtshänder gab, eines der am meisten gebrauchten Arbeitsgerä- te. Sie diente zum Behau- en der Balken. Rauhbank, Appenzell, um 1880. Vom späten Mittelal- ter bis zur Erfindung des Doppeleisens wurde die Rauhbank als langer Hobel mit Schrupphobeleisen dazu verwendet, grosse Flächen möglichst genau zu ebnen. Das hier vor- liegende Beispiel einer Rauhbank weist zwar keine Schnitzereien auf, ist aber vor allem durch seine Gesamtlänge von nahezu zwei Metern be- eindruckend. 345
        

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