zur Situation der archäologischen Forschung in Liechtenstein vorgelegt und an die Fürstliche Regierung weitergeleitet. Diese detaillierte Be- schreibung des Ist-Zustandes wie der künftigen An- forderungen dient als Grundlage eines Antrages an den Hohen Landtag für einen fünfjährigen Ver- pflichtungskredit für die Archäologie. AI SS I I I LI \GS- UND BUCHPROJEKT «FABRIKLERLEBEN» Die Archäologie hat in Zusammenarbeit mit dem Liechtensteinischen Landesmuseum und mit dem His- torischen Verein für das Fürstentum Liechtenstein im Sommer/Herbst 1994 in Vaduz eine Ausstellung mit dem Titel «Fabriklerleben» durchgeführt. Das Pro- jekt sollte dem Besucher die Menschen zur Zeit der frühen Industrialisierung Liechtensteins, ihren Ar- beitsplatz und ihr soziales Umfeld - ihr Leben und ihren Tod - vorstellen. Schwerpunkte stellten die «In- dustriearchäologie» und die «Anthropologie» dar. Als Ausstellungsort wurde die stillgelegte Spinnerei Jenny, Spoerry & Cie. in Vaduz gewählt. Im ehemali- gen «Ballenlager» sollte eine zeitlich begrenzte Aus- stellung realisiert werden, deren Thematik in engem Zusammenhang zur Fabrik stehen würde. Das Pro- jekt sollte neben der Berichterstattung über archäo- logisch-anthropologische Tätigkeiten einen Beitrag zur Entscheidungsfindung in der Frage nach künfti- gen Nutzungen der stillgelegten Fabrik und - in Er- mangelung des Landesmuseums - für den Sommer 1994 einen Beitrag zur Verbesserung des unbefriedi- genden Ausstellungsangebots in Vaduz leisten. Für die Ausstellung wurden Leihgaben aus der Schweiz, aus Vorarlberg und aus Liechtenstein zur Verfügung gestellt. Unter den Leihgebern befanden sich das Schweizerische Landesmuseum in Zürich, das Rätische Museum in Chur, das Medizinhistori- sche Museum der Universität Zürich, das Tech- norama Winterthur, das Textilmuseum Neuthal, die Archäologische Bodenforschung Basel, das Natur- historische Museum Basel und der Verein Vorarl- berger Wirtschaftsarchiv. Von den vielen privaten Leihgebern aus der Region seien an dieser Stelle 
nur die Textilfirma Getzner, Mutter & Cie. in Blu- denz und das Firmenarchiv der ehemaligen Spinne- rei Jenny, Spoerry & Cie. in Vaduz genannt. Auf Empfehlung der Archäologie hat Herr Dipl. Ing. Rolf Spoerry die für die jüngere Wirtschafts- und Sozial- geschichte des Landes bedeutenden Bestände des Firmenarchivs, darunter viele Originalpläne, Arbei- terverzeichnisse und Dokumente aus der Zeit der Firmengründung, dem Landesarchiv übergeben. Erstmals konnte während der Vorbereitungs- phase für die Ausstellung eine Stickmaschine aus der Zeit um 1890 im Haus Nr. 130 auf «Profat- scheng», Gemeinde Triesenberg, dokumentiert und mit Hilfe von Herrn Kurt Gantenbein von den Ost- schweizerischen Stickfachschulen St. Gallen be- stimmt werden. Sie steht noch immer im originalen Stickereianbau des Bauernhauses. Leider befindet sich diese letzte zur Zeit in Liechtenstein bekannte Pantographen-Stickmaschine in sehr schlechtem Zustand. Eine private Spende ermöglichte den An- kauf einer beinahe identischen Maschine aus der Zeit um die Jahrhundertwende. Diese konnte in der Ausstellung gezeigt werden und wird nun - bis zur Schaffung eines Industriemuseums - im Depot des Liechtensteinischen Landesmuseums aufbewahrt. Im Beisein von Fürstl. Regierungschef Dr. Mario Frick, Bürgermeister Arthur Konrad und mehr als 250 Gästen wurde die Ausstellung am 12. August 1994 eröffnet. Sie dauerte bis zum 2. November 1994. Während dieser Zeit konnten 6500 Besucher - unter ihnen S. D. Fürst Hans-Adam II. von und zu Liechtenstein und I. D. Fürstin Marie, S. E. Miguel Angel Martinez, Präsident der Parlamentarischen Versammlung des Europarates und Bundesrat Adolf Ogi - in der Ausstellung begrüsst werden. Ungefähr 100 Gruppen wurden von Fürstl. Rat Robert Allgäuer, Hansjörg Frommelt und Hanspeter Gassner in Einzelführungen durch die Ausstellung begleitet. Beachtenswert waren das grosse Besu- cherinteresse aus Vorarlberg und aus dem süddeut- schen Raum wie die positive Resonanz in der liech- tensteinischen und in der regionalen Presse. Idee und Konzept für die Ausstellung stammen von Hansjörg Frommelt und Hanspeter Gassner. Beim Aufbau der von Hanspeter Gassner gestalte- 318
        

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