Suffix [-Ii]: [mändli] 'Männlein', [chrüüzli] 'Kreuzlein' Während im Tal: [öögli], [bömmli], [öpfili], [mentili], [mendli], [krüzli] Merkmal 16: Zweiförmiger Plural der Normalver- ben Ein wichtiges Merkmal bei der sprachgeographi- schen Lokalisierung einer Mundart ist die Formen- bildung des Plurals der Normalverben.45 Die liech- tensteinischen Talmundarten gehören ins Gebiet des einförmigen Plurals, und zwar zum Sonder- typus, der den Plural auf ]-en(d)] bildet.46 Im Wallis, der Urheimat der Triesenberger, gilt dreiförmiger Plural, im Westen und bei den Bündner Waisern zweiförmiger. Zweiförmiger Plural gilt auch in Triesenberg, je- doch lautet er nicht, wie Hotzenköcherle für die Bündner Walser feststellt, auf ]-e/-ed/-e] bzw. [-e/-id/-e[ bzw. ]-i/-id/-i], sondern ergibt sich aus den in Liechtenstein üblichen Formen für die erste und dritte Person Plural und aus der «Normal- form» für die zweite Person Plural.47 Diese Plural- endungen in der Triesenberger Mundart, aus Angaben von Gassner erschlossen, lauten somit [-en/-ed/-en].w Beispiele: 1. Pers. PL: [wiar wonen] (52) 'wir wohnen' [wiar blühen) (54) 'wir bleiben' 2. Pers. PL: [was machat iar] (53) 'was macht ihr'[wenn iarfolged](22) 'wenn ihr gehorcht' 3. Pers. PL: [schiifaaren](27) 'siefahren' [schii liken](57) 'sie liegen' Während im Tal: [mär woonen], [mär bliiben], [was mahen'der], [wenn ärfolgen], [sii faaren], [sii legen] Wie bereits erwähnt, ist mit diesen 16 Merkmalen die Mundart von Triesenberg noch längst nicht um- fassend beschrieben. 
Es gibt noch viele Unterschiede zur Talmundart, sowohl auf der phonologischen als auch auf der morphologischen Ebene. Diese im grösseren Rahmen zu erfassen wäre wertvoll, ist aber nicht Ziel der vorliegenden Arbeit. In diesem Kapitel wurden die ausgewählten Merkmale dargestellt, wie sie in der Basismundart von Triesenberg auftreten. Die in der Untersuchung festgestellten Sprachwandelvorgänge werden im Ergebnisteil der Arbeit besprochen. 28
        

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