freigelegten Überreste der Vorgängerbauten zur heutigen Pfarrkirche St. Florin vorsichtig wieder mit Schottererde eingedeckt. Die wichtigen Grund- risse sollen im Zuge der Platzgestaltung vor dem Schädler-Haus im Gehbelag gezeigt werden. Über die Ergebnisse der Ausgrabung «Florins- gasse» ist in den Landeszeitungen mehrmals aus- führlich berichtet worden. Daneben wurden meh- rere Führungen für Schulklassen durchgeführt so- wie ein eintägiges Kolloquium auf der Grabung mit Studentinnen und Studenten der Mittelalterarchäo- logie an der Universität Zürich unter Leitung von Prof. H. R. Sennhauser. Anlässlich der Jahresversammlung des Histori- schen Vereins hielt Hansjörg Frommelt zusammen mit Hansueli Etter ein Referat mit dem Thema «Zwischenbericht über die Ergebnisse der Notgra- bung Florinsgasse». Die beim Abbruch des Kaplaneihauses in Mau- ren festgestellten Befunde datieren ins 19. Jahr- hundert und wurden fotografisch dokumentiert. Die Sanierung der Trockenmauern und die Ter- rassierungsarbeiten für die neue Rebbepflanzung auf dem Burghügel Gutenberg wurden beratend begleitet. Es konnten keine archäologischen Befun- de festgestellt werden. Das Neubauprojekt N. Brunhart an der Rebera- strasse in Schaan - in unmittelbarer Nähe des alaman- nischen Gräberfeldes - stand während der Aushubar- beiten unter ständiger Beobachtung der Archäologie und wurde fotografisch dokumentiert. Archäologische Befunde waren dabei nicht nachzuweisen. Auch der Umbau des Vaduzerhofes in Vaduz wurde von der Archäologie begleitet. Die gewölbten Keller gehören in verschiedenen Phasen zum Bau- bestand und sind nicht ins Mittelalter datierbar. Anlässlich von Tiefbauarbeiten an der Linden- strasse in Triesen kamen zwei Skelettfunde ohne Beigaben zum Vorschein. Sie können im Moment noch nicht zeitlich eingeordnet werden. Die Befunde und Funde wurden sorgfältig freigelegt und doku- mentiert (Bericht siehe S. 235). Bei Aushubarbeiten für den Gasleitungsbau an der Mühlegasse in Schaanwald wurden die Skelett- überreste von mindestens drei Individuen aufge-funden. 
Die dabei gemachten Funde von Gewand- knöpfen datieren die Bestattungen in die Neuzeit. In einer kleinen Sondierung wurden die Gräber freigelegt und dokumentiert (Bericht siehe S. 247). Begehungen von weiteren Baustellen - wie z. B. beim Wasserreservoir in der Nähe von Schloss Va- duz, beim Leitungsbau an der Florinsgasse in Va- duz oder auf Popers in Mauren (jüdische Siedlung in der frühen Neuzeit) - brachten keine archäologi- schen Befunde. Im Berichtsjahr war die Archäologie wieder be- ratend an den Sitzungen der Denkmalschutz-Kom- mission der Fürstlichen Regierung vertreten und hat sich in Zusammenarbeit mit der Sachbearbei- tung Denkmalschutz aktiv für deren Projekte ein- gesetzt. So wurde z. B. der Abbau eines Freileitungs- mastes im Mühleholz kontrolliert und die Ausarbei- tung eines Restaurierungskonzepts für denselben vorgelegt; die Verlegung von Werkleitungen, die Dachsanierung und der Einbau einer Brandschutz- anlage auf St. Mamerten in Triesen wurden ebenso begleitet wie die abschliessenden Renovationsar- beiten beim Haus W. Büchel in Ruggell; etc. RESTAURIERUNGSATELIER 1994 wurden die Arbeiten der Vorjahre weiterge- führt. Der Schwerpunkt lag dabei wieder bei der Metallkonservierung (Münzen, Bronzen und Eisen aus Altgrabungen). Verschiedene Keramikgefässe, die sich als Aus- stellungsobjekte besonders eignen, wurden ergänzt und restauriert. Die Funde von der Ausgrabung «Florinsgasse» Vaduz - v. a. Textilien, Metallobjekte, Stuckarbeiten und Keramik - wurden direkt ins Restaurierungs- atelier verbracht, wo sie einer fachgerechten Reini- gung und Konservierung unterzogen wurden. Alle Restaurierungs- und Konservierungsarbei- ten wurden in speziellen Protokollen schriftlich festgehalten. 316
        

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