HISTORISCHER VEREIN FÜR DAS FÜRSTENTUM LIECHTENSTEIN 1994 Tätigkeitsbericht des Vereins pro 1994 ALLGEMEINES Die 93. Jahresversammlung des Historischen Ver- eins für das Fürstentum Liechtenstein wurde am 16. April 1994 im Rathaussaal Vaduz abgehalten. Der Vorsitzende, Dr. Alois Ospelt, begrüsste die rund 100 Besucher der Versammlung und wählte als Einleitung einen Exkurs über die Herkunft des Namens Vaduz. Der Vorsitzende zeigte auf, dass die Herkunft und Deutung des Namens Vaduz nach dem heutigen Stand der Forschung nicht geklärt sei und erläuterte verschiedene Erklärungsversuche. Die Herleitung vom Wort Aquaeductus sei heute unter Sprachforschern allgemein anerkannt. Eine sehr alte Wasserleitung, der vom Rappensteiner Tobel kommende Mühlbach, habe demnach Vaduz seinen heutigen Namen gegeben. Dieser Mühlbach hat früher in Vaduz einige Wasserwerke betrieben, was nach Ansicht von Alois Ospelt wohl auch zur Gründung des ersten Industriebetriebs in Liechten- stein im Vaduzer Mühleholz geführt habe. Dr. Ospelt wies darauf hin, dass Vaduz heute hauptsächlich geprägt sei von seiner Funktion als Verwaltungs- und Dienstleistungszentrum, in dem der kulturelle Aspekt etwas zu kurz komme. Er erinnerte damit an die bereits im Jahre 1992 notwendig gewordene Schliessung des Liechtensteinischen Landesmu- seums, dessen Grundstock vom Historischen Verein gelegt worden war. Er appellierte in seiner Begrüs- sungsansprache an die Verantwortlichen, das Lan- desmuseum wieder erblühen zu lassen und der Kul- tur wieder vermehrt Raum zuzugestehen. Nach Behandlung und Verabschiedung der Jah- resberichte des Präsidenten und der einzelnen wis- senschaftlichen Projekte erteilte der Vorsitzende dem Redaktor des Jahrbuchs, Fürstl. Rat Robert Allgäuer, das Wort. Der Jahrbuchredaktor ent- schuldigte die Verspätung der Jahrbücher und stellte deren Erscheinen noch im laufenden Jahr in Aussicht. Der Präsident dankte anschliessend Fritz Wohlwend für seine langjährige Tätigkeit als Rech- nungsführer des Historischen Vereins. Der Vorstand des Historischen Vereins schlug der Jahresversammlung vor, Fürstlichen Justizrat Dr. Dr. h. c. Gerard Batliner mit der Ehrenmitglied-schaft 
auszuzeichnen. Diesem Antrag wurde ein- stimmig entsprochen. In seiner Laudatio zeichnete der Vorsitzende die Verdienste des vielseitig enga- gierten neuen Ehrenmitgliedes Dr. Gerard Batliner nach. Er streifte kurz seine Stationen als Politiker und Europapolitiker, als Förderer und Mitbegrün- der von kulturellen Institutionen. Als Gründer des Liechtenstein-Instituts, das sich um die geschicht- liche Vergangenheit des Landes bemühe, habe sich Dr. Batliner ebenso grosse Verdienste erworben wie als Verleger und Autor. Paul Vogt nutzte während der Jahresversamm- lung die Gelegenheit der freien Aussprache und gab seinem Bedauern darüber Ausdruck, dass der Vereinsvorstand zum Abbruch des Kaplaneihauses in Mauren keine offizielle Stellungnahme, im Sinne der aktiven kulturpolitischen Auseinandersetzung, herausgegeben hatte. Alois Ospelt wies jedoch dar- auf hin, dass der Vereinsvorstand es als nicht ange- messen erachte, in aktuelle politische Entscheidun- gen einzugreifen. Nach dem geschäftlichen Teil der Versammlung wurde ein öffentlicher Vortrag über den Stand der Erkenntnisse der archäologischen Grabung in der St. Florinsgasse in Vaduz gehalten. Hansjörg From- melt erläuterte anhand von Dias die laufende Gra- bung in der St. Florinsgasse, bei der man auf Grundmauern der ursprünglichen St. Florinskirche stiess, die möglicherweise aus dem Jahr 1000 stammen. Dr. Hansueli Etter nannte erste anthro- pologische Befunde anhand der Untersuchungen an den bei St. Florin ausgegrabenen Skeletten, Schädeln und Zähnen in Bezug auf Alter, Ernäh- rung und Lebensweise dieses sehr grosswüchsigen Volkes. Im Anschluss an die Jahresversammlung offerierte die Gemeinde Vaduz im Foyer des Rat- haussaales den Besuchern einen Aperitif. AUSSTELLUNG FABRIKLERLEBEN Vom 13. August bis zum 2. November konnte in der stillgelegten Spinnerei Jenny-Spoerry in Vaduz die von der Archäologie in Zusammenarbeit mit dem Liechtensteinischen Landesmuseum und dem Hi- 307
        

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