DIE ANDERE GESCHICHTE - EINE SALZBURGER FRAUENGESCHICHTE / REZENSION Das folgende Zitat umschreibt diesen Sachver- halt nochmals in gedrängter Form: «Es ist das Ver- dienst der historischen Frauenforschung, auf die geschichtliche Bedingtheit des Konzeptes der ge- trennten Sphären aufmerksam gemacht zu haben. Das Denken in Kategorien von (männlicher) Öffent- lichkeit und (weiblicher) Privatsphäre wurde ent- larvt als eine auf die Erfordernisse der seit dem ausgehenden 18. Jahrhundert sich ausbildenden bürgerlichen Gesellschaft zugeschnittene, genuine Eigenkreation dieser Gesellschaft.» Neben einem neuen Verständnis, was die histori- sche Bedingtheit von Geschlechterrollen anbelangt, macht das Buch jedoch auch auf die Kontinuität männlicher Vorherrschaft und deren Auswirkungen auf weibliche Lebenszusammenhänge aufmerk- sam. So haben schlecht bezahlte Frauenarbeits- plätze eine lange Tradition, die bis heute trotz formaler Gleichberechtigung der Geschlechter an- hält. Auch heute noch beträgt die durchschnittliche Differenz zwischen Männer- und Frauenlöhnen rund 30 Prozent. «Die andere Geschichte» ist eine Fundgrube für an der Geschichte des Alltäglichen interessierte Leserinnen und Leser. Neben grundlegend neuen Erkenntnissen, die uns zu einer Korrektur des herrschenden Geschichtsbildes nötigen, vermittelt sie eine Fülle von Anregungen, Geschichte neu zu erfragen. Der 336 Seiten starke Band ist ansprechend ge- staltet und mit Fotos, Quellenreproduktionen und ganzseitigen Farbtafeln reich illustriert. Als Mangel empfinde ich, dass kein Schlagwortregister erstellt wurde. Auch hätten die theoretischen Einführun- gen in die jeweiligen Kapitel etwas umfangreicher ausfallen dürfen. «Die andere Geschichte» ist eine Pionierleistung im Bereich der historischen Frauenforschung, und ich hoffe, dass - auf diesen Bausteinen aufbauend - das stattliche Gebäude «Frauengeschichte» bald Wirklichkeit werde. 
ANSCHRIFT DER AUTORIN lic. phil. Veronika Marxer Im Zagalzel 52 FL-9494 Schaan 303
        

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