Grenzen ihres Bereichs einbeschlossen ist, (...) ver- mag man das gesamte Walserdeutsch durch eine einzige eigene und zugleich umfassende Laut- erscheinung zu charakterisieren: Das ist der auf- fällige sch-Laut ...».38 Laut Gabriel geschieht dieser Wandel von [s] zu [sch] vor und nach (ehemaligen) palatalen Voka- len.39 Beispiele: [böösch] (8) 'böse', [schii](10) 'sie', [ünschem] (39) 'unserem ', [müüsch] (47) 'Mäuse' Während im Tal: [böös], [sii], [üsarem], [müüs] Merkmal 12: Lenis im Auslaut bei Explosiv- und Reibefortis In Triesenberg werden die Explosiv- und Reibe- fortis im Auslaut als Lenis produziert. Das Talge- biet zeigt hier die sonst übliche Auslautverhär- tung.40 Beispiele: Expl.fortis: [brood] (25) 'Brot', [woord] (48) 'Wort', [bschteld](59) 'bestellt' Reibefortis: [fuas](50) 'Fuss' Während im Tal: [broot], [wärt], [bschtellt], [fuass] Merkmal 13: Sprossvokalbildung bei <-rn-> Die Bildung des Sprossvokales bei <-rn-> führte zu typisch südalemannischen Lautungen, die sich wiederum deutlich von der Mundart der liechten- steinischen Talgemeinden unterscheiden.41 Beispiele: fgäära] (6) 'gern', [moora] (17) 'morgen'(mhd. morn), [eichöörali] (42) 'Eichhörnchen', [fäära](51) fern' im Sinn: 'letztes Jahr, fern' Während im Tal: [gern], [morn], [äähörnli], [fern] 
MORPHOLOGIE Aus der Morphologie wurden drei Merkmale, wel- che die Triesenberger Mundart von der Talmundart unterscheiden, gewählt. Merkmal 14: Flexion des prädikativen Adjektivs In der Triesenberger Mundart werden Adjektive in prädikativer Stellung flektiert.42 Hierin liegt er- neut ein deutlicher Unterschied zur Talmundart, die, wie das Hochdeutsche, die endungslosen For- men gebraucht. Leider wurde bisher diese Erschei- nung zu wenig untersucht, so dass bei der Erstel- lung eines Paradigmas noch einiges unklar ist. Aus den Beispielen in der Literatur sind zwei Paradig- men ableitbar. Jenes von Eugen Gabriel unterschei- det sich von jenem Arthur Gassners in den Plural- endungen. Paradigma nach Gabriel: Singular: der Ofen ist [chaalta] die Milch ist [chäälti] das Wasser ist [chaalts] Plural: die Ochsen sind [lama], die Männer sind [aalt] die Kühe sind [lama], die Frauen sind [aalt] die Schafe sind [lämij, die Kinder sind [chränchi] Daraus ergibt sich folgendes Schema für alle Genera und Numeri: Singular ]-a] Plural [-a], [0] [-U l-ah [01 [s] (-ij Im Maskulinum und Femininum Plural flektiert das prädikative Adjektiv bei Gabriel nicht, und zwar dann, wenn es sich auf Menschen bezieht. Er sagt dies zwar nicht explizit, es wird jedoch aus den Beispielen ersichtlich. Paradigma nach Gassner:43 Singular: «dr Ma ischd chrancha» «d'Frau ischd chränchi» «d's Chind ischd chranchs» 24
        

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