GRÄBERFUNDE AN DER MÜHLEGASSE IN SCHAANWALD/MARIANNE LÖRCHER / ULRIKE MAYR scheinen schon in gotische Zeit zurückzureichen (15. Jahrhundert) und werden bis ins 18. Jahrhun- dert verwendet.42 Auf den Exemplaren in Liechten- stein ist die übliche Art der Abbildung ein auf einer geraden Grundlinie nach rechts springendes Pferd. Die Wiedergabe reicht dabei von einer naturalisti- schen Zeichnung bis hin zur sehr schwungvollen, aber reduzierten Form. Allen gemeinsam ist die kraftvolle Charakterisierung des Tieres mit Hilfe weniger Striche. Ein Knopf mit einer eindrucksvollen Hirschdar- stellung wurde als Einzelfund in Vaduz/Pradafant entdeckt (Abb. 13a und 13b).43 Auf einer geraden Grundlinie, die unterhalb durch eine Tremolier- stichlinie verstärkt ist, springt ein Hirsch nach rechts. Der Körper des Hirsches ist mit drei ange- setzten Tremolierstichlinien ausgefüllt. Das Tier wird in nur wenigen Strichen charakterisiert. Diese Darstellung ist bisher ohne Vergleichsbeispiele. Sie gehört in die gleiche Gruppe mit den Pferdedarstel- lungen und datiert ins 16. bis 18. Jahrhundert. Vereinzelt wurde die Verzierung auf den Knöp- fen gleich mitgegossen. Diese Herstellungsvariante ist in unserem Gebiet nicht sehr häufig vertreten. So sind von der Grabung Bendern/Kirchhügel und von Mauren/Pfarrkirche insgesamt acht Exemplare mit einer z. T. sehr grob gearbeiteten stilisierten Blüte aus sechs lorbeerblattförmigen Blütenblät- tern bekannt (Abb. 14). Diese Stücke dürften zu den ältesten Formen von Knöpfen gehören, wie ein ins 36) .Archäologischer Fundstellencode 1153. Grabung 1992-1995 unter Leitung von Hansjörg Frommelt. 37) Archäologischer Fundstellencode 0924. Sondierung 1988-1989 unter Leitung von Hansjörg Frommelt. 38) Archäologischer Fundstellencode 0918. Grabung 1985 unter Leitung von Jakob Bill. 39) Archäologischer Fundstellencode 0319. Im letzten Jahrhundert ohne nähere Angaben gefunden. 40) Archäologischer Fundstellencode 1109. Gefunden 1943. 41) Inv. Nr. 0319/0002. - Siehe Katalog Nr. 10. 42) Schönweiss 1987, S. 16. 43) Inv. Nr. 0 1109/0001. - Siehe Katalog Nr. 11. 
Abb. 13a: Vaduz/Pradafant - Hirschdarstellung (Inv. Nr. 0 1109/0001). Mass- stab 2:1 Abb. 13b: Rückseite: Gussnaht des Dreiformen- gusses deutlich sichtbar Abb. 14: Mauren/Pfarrkir- che - Vorderseite mit gegossenem Blütenmotiv (Inv. Nr. 0 0413/0548). Massstab 2:1 259
        

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