Abb. 7: Grabplatte des Walter de Helyon aus Holz von Much Marcle, Here- ford und Worcester (1360). Das hauteng angepasste Gewand ist durchgehend an der Vorderseite und an den unteren Hälften der Ärmel durch Knöpfe geschlossen 256 
gelige Gestalt gehören, bei der die metallenen Ex- emplare manchmal voll gegossen wurden. Aber auch zweischalige, über Model gepresste Stücke traten schon zu Beginn der Verwendung in Er- scheinung. Wichtig für die Formgeschichte des Knopfes ist auch die Entwicklung einer selbständigen bäuerli- chen Kleidung, die im 18./19. Jahrhundert zur Her- ausbildung der regionalen Trachten führte. Für die Festtagsgewandung wurden dabei Silber- oder ver- silberte Knöpfe - scheibenförmig oder kugelig - verwendet, während man sich bei der Alltagstracht mit Gewandschliessen aus Zinn, Zink, Kupfer, Horn oder Bein begnügte. Der Gestaltung der Oberseite mit den verschiedensten Motiven waren dabei kei- ne Grenzen gesetzt. Im Raum Süddeutschland wurden die frühesten metallenen Scheibenknöpfe aus zinnreicher Bronze oder aus Silber hergestellt. Von einigen Knöpfen wurden Analysen durchgeführt, die zeigten, dass sich die Bronzelegierungen aus zahlreichen Kom- ponenten wie Kupfer, Zinn, Nickel, Zink und Blei zusammensetzten.29 Untersuchungen in Amster- dam haben ähnliche Ergebnisse erbracht.30 Vielfach wurden die Knöpfe im Gussverfahren produziert. Eine der frühesten Techniken scheint der Dreiformguss zu sein.31 Dabei blieb auf der Rückseite eine Gussnaht übrig, die über den Ösen- stumpf und die Öse verlief. Diese Technik scheint sich trotz ihrer Umständlichkeit bis ins 18./19. Jahrhundert gehalten zu haben. Die Unterseite wurde manchmal in einem weiteren Arbeitsgang abgedreht, welcher durch auftretende konzentri- sche Drehrillen belegt ist. Einfacher in der Handha- bung war der Zweiformenguss, bei dem der Knopf- macher die Öse nachträglich anlötete. Als dritte Va- riante konnten die Rohlinge aus einer Metallplatte ausgestanzt werden. Nach Schönweiss ist dies die jüngste Produktionsweise, wobei der Beginn dieser Art der Herstellung zeitlich noch nicht eingeengt werden kann. Die Oberfläche der Knöpfe wurde entweder po- liert und unverziert belassen oder mit den ver- schiedensten Motiven versehen. Dabei konnte der Dekor entweder mitgegossen, eingepunzt, eingra-
        

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