Während im Tal: [tresaberg], [schpek], [weeg], [essa] Merkmal 3: Erhaltung der Qualität von mhd. <ä> Im Gegensatz zur Talmundart ist in Triesenberg «der ursprüngliche Zustand, die qualitative Über- einstimmung von mhd. ä und a, noch beibehal- ten...»29 Die Liechtensteiner Talmundart und auch die Vorarlberger Walser verdumpfen das <ä> zu mundartlichem [öd], während nur das kurze  in seiner Qualität erhalten blieb. Die Triesenberger verdumpfen auch das lange mhd. <ä> nicht. Beispiele: mhd. <ä>: [haar](38) 'Haare', [yaar](50) 'Jahr', [aabat](53) 'Abend' Während im Tal: [höör], [yöör], [ööbet] Merkmal 4: Mhd.  wird zu mundartlichem [ee] In Triesenberg wird mhd.  zu[ee].30 Wie be- reits erwähnt, kann diese Erscheinung zur sprach- geographischen Lokalisierung der Triesenberger Mundart herbeigezogen werden. Das [ee] steht dem offenen [ee] im übrigen Liechtenstein gegen- über. Beispiele: mhd. : [schweer](4) 'schwer', [reess](26) 'räss, scharf' (mhd. raeze), [leer] (44) 'leer' Während im Tal: [schweer], [reess], [leer] Merkmal 5: Altoberdeutsch  wird zu mundart- lichem [äu] Das aus germanischem  stammende  des Altoberdeutschen wird im Höchstalemanni- schen diphthongiert zu [öu], [äu] bzw. [ei], [äi] etc.31 In Triesenberg findet sich der Diphthong [äu]. Liechtensteins Talgemeinden monophthongieren zu [üü]. 
Beispiele: Aobdt. : [täuf](7) 'tief, [fläuga](45) 'Fliege', [läuga](56) 'lügen' Während im Tal: [tüüf], [flüüga], [lüüga] Merkmal 6: Bewahrung von mhd.  Die Mundart der Triesenberger kennzeichnet die Beibehaltung der mittelhochdeutschen Diphthonge  und <öu> gegenüber den Monophthongen, die Liechtensteins Talmundart aufweist.32 Alle drei Diphthonge sind hier als ein Merkmal (M 6) zusam- mengefasst. Beispiele: mhd. : ]är weis](35) 'er weiss', [eichöörali] (42) 'Eichhörnchen', [daheimat](54) 'daheim' mhd. : [glauba](2) 'glauben', [auga](13) 'Augen', [au](49) 'auch' mhd. <öu>: [freud](19) 'Freude', [heu](43) 'Heu' Während im Tal: [wääs], [äähörnli], [dahääm], [glob(a)], [ooga], [oo], [fröödj, [höö] Merkmal 7: Umlaut beim flektierten Adjektiv im Fem. Sg. und Neutr. PL Die Bewahrung des Umlautes beim flektierten Adjektiv gilt als Besonderheit der Triesenberger Mundart, die von vielen anderen Walserkolonien bereits aufgegeben wurde. Nach Hotzenköcherle hat sich dieser Umlaut in voller lautgesetzlicher Ausprägung und strenger lautgesetzlicher Begren- zung nur noch in Rimella, Saley, Bosco-Gurin und eben in Triesenberg gehalten.33 Der Umlaut er- scheint im Adjektiv sowohl in attributiver als auch in prädikativer Stellung.34 Beispiele: Attributiv: Fem. Sg.: [an äältifrau](1) 'eine alte Frau' [an lämi chua] (32) 'eine lahme Kuh' Neutr. PI: [äälti auto] (16) 'alte Autos' [rööti hemmer] (20) 'rote Hemden' 22
        

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