DESIDERAT: INVENTAR DER HISTORISCHEN WEG- VERBINDUNGEN IN LIECHTENSTEIN/MARIO F. BROGGI Im Jahre 1864 bewilligte der Landtag eine Fahr- strasse über den Meierhof bis hinauf nach Triesen- berg-Steinort. Teile dieser Strasse wurden in den 1930er und 40er Jahren wieder geändert. Die we- sentlich ältere Verbindung von Balzers her führte über die Langgasse zur Triesner Poschka nach Triesenberg. Diese heute von der Landesstrasse ab- geschnittenen Wegverbindungen von Triesen wie von Vaduz zum Triesenberg werden teils noch als Flurweg benutzt, sind andernorts noch als Spuren im Gelände ersichtlich oder es macht uns ein Weg- Kappile auf den ehemaligen Verlauf aufmerksam. Diese alten Spuren werden aber sukzessive ver- wischt, u.a. durch die Rekultivierung des alten Wegverlaufs. Entlang dieser Wege fanden sich viele weitere Wegmarken, so auch Kilometersteine. Auch sie verschwinden leise. Dies ist Anlass, über dieses Thema einmal grundsätzlich nachzudenken. AUSGANGSLAGE Historische Wege und damit verbundene Klein- denkmäler sind unspektakuläre und oft übersehe- ne Zeitzeugen früherer Epochen. Sie bilden jedoch wichtige geschichtliche Dokumente und sind un- trennbar mit der Besiedlung und wirtschaftlichen Entwicklung des Fürstentums Liechtenstein ver- bunden. Erinnern wir uns nur exemplarisch des Farbweglis, das die Textilarbeiter von Triesenberg zur Spoerry-Fabrik in Triesen alltäglich benutzten. Es handelt sich um ein kulturelles Erbe, das das Werden der Gegenwart dokumentiert und die Be- wohner mit ihrer eigenen Geschichte verbindet. Erst die Rekonstruktion historischer Wegachsen und Grenzen ermöglicht es, bisher isolierte Denk- mäler, Kulturgüter und Ortschaften in einen funk- tionalen Zusammenhang zu stellen. Bauten wie Zollhäuser, Kapellen, alte Brücken und viele Flur- namen werden erst dadurch wieder verständlich. Alte Wege gehören sicher zu den meistgefähr- deten Kulturdenkmälern unserer Zeit. Sie sind be- droht durch den modernen Strassenbau, Meliora- tionen und andere Landschaftsveränderungen, ja generell durch unsere schnelllebige Zeit. Dabei er-Entlang 
der alten Land- strasse nach Triesenberg wurden Kilometersteine gesetzt, so auch im Letza- nawald ob dem neuen Weiher. 1985 war die Kilometerangabe «4 km von Vaduz» noch lesbar, heute ist sie zerstört 227
        

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