storben ist oder sonst irgendwo hingezogen ist, wo er uns aus den Augen verloren gegangen ist. Eine Vermutung drängt sich jedoch auf. Am 9. März 1468 präsentierte Wolfhart von Brandis dem Bi- schof Ortlieb auf die Hofkaplanstelle (Altar Unserer Lieben Frau) der St. Laurentius-Kirche in Schaan den Michael Quaderer «nach dem Tod des bisheri- gen Inhabers Jodokus Dieprecht».20 Diese letztge- nannte Angabe kann sich auf gar keinen Fall auf den 1461 (nicht 1468) verstorbenen Pfarrer Jodok Dieprecht von Schaan beziehen; denn dieser hat ja diese Pfründe erst auf dem Totenbett gestiftet, konnte also gar nicht Inhaber sein oder werden. Manches spricht dafür, dass hier eine Verwechs- lung von Jodok Dieprecht mit Johannes Dieprecht vorliegt. Denn Johannes Dieprecht gehörte zu den durch die Stiftung der Kaplanei geschädigten Er- ben, so dass man durch seine Berufung auf die Schaaner Hofkaplaneipfründe eine Art Wiedergut- machung leisten konnte; auch das Todesjahr 1468 würde sehr gut zu dem bisher bekannten Lebens- lauf des Johannes Dieprecht passen. Und nicht zu- letzt hatten Johannes Dieprecht und der mit ihm verwandte Michael Quaderer von 1457 bis 1459 ge- meinsam die Universität Heidelberg besucht21. Als Ergebnis bleibt festzuhalten, dass wir mit Johannes Dieprecht nicht nur einen bisher unbe- kannten liechtensteinischen Notar kennengelernt haben, sondern dass dieser - wenn auch mit ge- wissen Vorbehalten - auch die Reihenfolge der Pfarrer von Eschen und wahrscheinlich auch die der Hofkapläne von Schaan ergänzt. Vergleicht man die Notarstätigkeit von Johannes Dieprecht mit derjenigen des Georg Vaistli, so steht diese weit hinter jener zurück. Georg Vaistli hat in einer mehr als 40-jährigen Praxis mehr als 20 Urkunden hin- terlassen, Dieprecht hingegen nur ein einziges In- strument. Dabei ist - abgesehen davon, dass Diep- recht in noch jungen Jahren gestorben ist - jedoch zu berücksichtigen, dass die Kombination von Prie- ster und Notar bei Dieprecht sehr viel stärker aus- geprägt ist als bei Vaistli, der an der Konstanzer Kurie fest angestellt war und keinerlei seelsorgerli- che Aufgaben zu erfüllen hatte. 
20) Büchel (wie Anm. 8), S. 44. 21) Oskar Vasella, Ergänzungen zu Ludewigs Verzeichnis der Vorarl- berger Studenten, in: Montfort 3 (1948), S. 105, Nr. 36. ANSCHRIFT DES AUTORS Hofrat Univ.-Prof. DDr. Karl Heinz Burmeister Direktor des Vorarlberger Landesarchivs Kirchstrasse 28 A-6901 Bregenz 224
        

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