liehe Geschichte.» Und fährt gleich fort: «In der neueren Geschichte, insbesondere des Fürsten- tums Liechtenstein ... fehlte die kritische Betrach- tung auch keineswegs. Diese bestand eigentlich in nichts anderem als in offenen Aussagen über Zu- stände von Ungleichheit, Rechtlosigkeit und Er- niedrigung, die naturgemäss in einer Zeit erman- gelnder demokratischer Strukturen nicht gerne zur Kenntnis genommen wurden.»180 Georg Malin * 1926, aus Mauren; Gymnasium in Disentis; Studium der Geschichte, Kunstge- schichte und Philosophie in Freiburg i. Ue. und in Zürich, Dr. phil.; später Ausbildung zum Bildhau- er; seit 1955 freischaffen- der Künstler und Wissen- schaftler; Vorstandsmit- glied des Historischen Vereins von 1954 bis 1996 
HISTORISCHES JAHRBUCH Sicher haben die bündnerischen Autoren wesent- lich zum Ansehen Peter Kaisers beigetragen. Die wichtigste Arbeit wurde aber in Liechtenstein ge- leistet: Der historische Verein hat in seinen Jahr- büchern seit 1901181 nicht nur eine immense Fülle von Quellenmaterial zusammengetragen, sondern auch, parallel zur europäischen Geschichtsschrei- bung, die historische Methode verfeinert und ver- sachlicht, so dass die Resultate weniger anfechtbar geworden sind. Im Unterschied zur schweizeri- schen Nachbarschaft sind Historiker seit langem daran, die liechtensteinische Geschichte aufzuar- beiten, was einen Schweizer mit Bewunderung und etwas Neid erfüllt. In unserem Zusammenhang seien drei Disserta- tionen herausgehoben, die Kaisers «Geschichte des Fürstenthums Liechtenstein» ergänzen und fortset- zen. 1953 untersucht Georg Malin die Jahre 1800 bis 1815,182 also eine Zeit, die noch in Kaisers Werk behandelt ist. Wem gibt nun die neue, auf vermehr- tem Quellenmaterial aufgebaute Untersuchung in der Einschätzung von Landvogt Schuppler recht, Peter Kaiser oder In der Maur? Eindeutig dem er- sten. Zwar billigt Malin dem Landvogt und seinem Fürsten Johann I. «grosse Verdienste» zu,183 das Urteil über seine Person fällt jedoch, weil präzise gefasst und mit Fakten belegt, vernichtender aus als bei Kaiser.184 «Traditionslosigkeit und eine fast totale Entrechtung des Volkes»185 kennzeichne die Amtszeit Schupplers. «Der Landvogt war nur Voll- strecker fürstlicher Befehle und begegnete seinen Untergebenen mit Verachtung.»186 Missstände 208
        

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