Iso Müller * 1901 t 1987, aus Altdorf; Schulbesuch und Studien bei den Jesui- ten in Feldkirch sowie in Einsiedeln; Eintritt ins Kloster Disentis 1922; Priesterweihe 1927; Studi- um (Geschichte, Latein) an der Universität Freiburg i. Ue.; Dr. phil. und Dr. theol. h. c; später Lateinlehrer und Historiker in Disentis; Verfasser zahlreicher Publikationen 
sehen Entwicklung» verstanden. Kaiser sehe «die Kirche allzusehr nur als Fortsetzung des römischen Weltreiches und seiner Kultur» an. «Nachdem das Christentum im Abendlande gesiegt hatte, so meint er, da  dar. So be- greifen wir auch, warum Peter in der Schule die Glaubensspaltung ausgiebig ohne Anstoss behan- deln konnte.»144 Da erscheint also die gleiche Grundhaltung, wie sie Johann Baptist Büchel in die «Geschichte des Fürstenthums Liechtenstein» hin- einkorrigiert hat. Leider hat Iso Müller dieses Hauptwerk Kaisers nie in seine Nachforschungen einbezogen. Der Benediktiner aus Disentis lässt nun aber den ehemaligen Disentiser Rektor nicht in diesem Zwielicht stehen. Er befreit ihn aus den «schlam- migen und unklaren Wassern der Aufklärung»145, indem er in Kaisers Leben und Werk eine tiefgrei- fende Wende feststellt, eine «Glaubenserneuerung im Sinne der katholischen Romantik»146. «Was wir in zahlreichen Lebensbeschreibungen katholischer Persönlichkeiten der ersten Hälfte des 19. Jahrhun- derts finden, das begegnet uns auch bei Kaiser: Er löste sich langsam von den Auffassungen der Auf- klärung los und wandte sich einem lebendigen, ka- tholischen Glauben hin.»147 Auch in späteren Ar- beiten betont Müller diese Wandlung mehrfach. «Der Sprung von Aarau nach Disentis bedeutete eine Wende, genauer gesagt eine Abwendung von der Aufklärung zur Romantik, von den radikalen Tendenzen zu den konservativ-liberalen Ideen.»148 Noch 1971 heisst es, dass sich Kaiser von der «weltanschaulich flachen Aufklärung zur gläubigen Romantik hingewandt hatte»149. 202
        

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