treten, Kaisers «republikanische Gesinnung» nur wenig gemildert ist. Erstaunlich deshalb, weil sich der Landverweser Menzinger und die Wiener Hof- kanzlei doch gerade an dieser Darstellung stiessen. Von In der Maurs Gegenposition ist in die zweite Auflage wenig eingeflossen. Zwar werden die Neuerungen und die Verfassung von 1818 etwas ausführlicher und neutraler behandelt, und Schuppler erscheint in einem etwas milderen Licht.96 Aber die meisten Textstellen, wo sich Kai- sers Unwille über die neue Ordnung am entschie- densten Luft macht, sind wörtlich übernommen. Eine Auswahl: 1. «Grosse Unruhe herrschte zwar, aber sie musste erfolgen, da man den bisherigen politischen Zustand gänzlich aufhob, und nicht das Volk war daran Schuld. Nicht dadurch, dass man ein Volk, es sei klein oder gross, erniedrigt, ihm je- des Recht absprechen und entreissen will, erzieht man es, pflanzt ihm Liebe zur Ordnung, zum Recht und menschliches Gefühl und Wesen ein.»97 2. Über die Länder des Rheinbundes: «Alle Selbstän- digkeit und Würde der Regierten hörte auf, alle Freiheit in Rede und Schrift ward unterdrückt.»98 3. «Die Souveränität brachte dem Volke sonach nur grössere Lasten, ohne dass sie ihm durch etwas versüsst worden wären.»99 Bei Büchel durch Aus- weitung leicht gemildert: «Die Souveränität brachte also dem Volke wie in den anderen deutschen Staa- ten nur grössere Lasten, ohne dass sie ihm durch irgend etwas versüsst worden wären.»100 4. Nur die oben zitierte grundsätzliche Aussage über Recht und Gnade101 fehlt. Ihren Ausgangspunkt aber übernimmt Büchel, wenn auch entscheidend abge- schwächt. Bei Kaiser heisst es, nach dem fürstli- chen Zugeständnis von 1733: «So erhielt die Land- schaft ihre alte Verfassung, aber sehr beschnitten und beschränkt und nicht ohne bittere Zuthat, in- dem ihr dies alles 
    

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.