Carl von In der Maur * 1852 t1913, aus einer Südtiroler Adels- familie stammend; Studi- um der Rechts- und Staats- wissenschaft in Wien; ab 1874 im österreichischen Staatsdienst, 1882 bis 1892 sowie 1896 bis 1913 Fürstlicher Landesverwe- ser in Vaduz; Gründungs- mitglied des Historischen Vereins für das Fürsten- tum Liechtenstein 1901 
hat»39. Diese strenge Beurteilung zu mildern, macht Kind geltend, dass Kaiser eben Laie war und als solcher auch mal «weniger korrekte Dinge» ge- sprochen haben könnte.40 Vor allem aber betont Kind auffallend oft die korrekte Religiosität Peter Kaisers. Er zitiert aus dem Zeugnis «des hochwür- digsten Abtes Adalgot» von Disentis,41 der Kaiser bescheinigt, dass er «stets christlichkatholische Grundsätze geäussert und gelehrt»42 habe, schreibt später, dass «sein religiöses und sittliches Leben in Chur, wie vorher in Disentis, korrekt»43 war und Kaiser die Vereinigung der katholischen und prote- stantischen Kantonsschulen nur ungern sah. Auch der Hinweis auf die gute Beziehung des jungen Stu- denten zum «hochgeschätzten damaligen Pfarrer von Mauren, Lutz»44 mag als Beleg für Kaisers Ein- bettung in die Kirche gemeint sein. Und es schliesst die kurze Biographie gar mit der Mitteilung, dass bei der Beerdigung «der amtierende Priester (Ka- puzinerpater) gerade auch seine tiefe Religio- sität»45 hervorgehoben habe. Es ist, wie wenn der spätere Churer Domherr Kaisers katholischen Glauben gegen alle Zweifler, alte wie neue, in Schutz nehmen wollte. Der erste schriftliche Angriff auf Kaiser betrifft nun allerdings nicht dessen Religiosität, sondern seine politische Einstellung. Im gleichen Band wie Kinds biographische Skizze erschien ein Aufsatz von Carl von In der Maur über Fürst Johann I.46 Hatte der gleiche Autor 1901 Peter Kaisers «Ge- schichte des Fürstenthums Liechtenstein» noch global «eine trotz verschiedener Irrtümer und ein- seitiger Ansichten im Ganzen recht beachtens- werthe, leider nicht mit genaueren Quellenangaben versehene Arbeit»47 genannt, so übte er nun eine massive Kritik mit konkretem Inhalt. Leider hat der Verfasser, das sei vorweggenommen, an wenigen Stellen nicht das Werk, sondern die Person Peter Kaisers angegriffen und unglaubwürdig zu machen versucht. Etwa da, wo er Kaiser als «schwärme- risch veranlagt»48 bezeichnet und sich dabei auf die Biographie Franz Josef Kinds49 beruft. Selbst für die Burschenzeit in Freiburg, für die ein solcher Anwurf durchaus verständlich wäre,50 ist bei Kind nichts dergleichen auszumachen,51 im Gegenteil: 190
        

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