DR. MED. ALBERT SCHÄDLER 1848 BIS 1922 RUDOLF RHEINBERGER Jahre später konnte der Vorsitzende Dr. Schädler eine entsprechende Neufassung der Satzungen den Mitgliedern des Vereins zur Beschlussfassung vorlegen. Dementsprechend lautete dann der Para- graph 1 in den neuen Statuten 1912: «Der Histori- sche Verein ... verfolgt den Zweck, die vaterländi- sche Geschichtskunde zu fördern und zur Erhaltung der natürlichen und geschichtlich ge- wordenen liechtensteinischen Eigenart den Hei- matschutz zu pflegen». Und in Paragraph 2 heisst es: «Der Verein wird mit geeigneten Mitteln an- streben, die Eigenart des Landes zu erhalten a) durch Schutz des Landschaftsbildes, der er- haltungswürdigen Sitten und Gebräuche; b) durch Pflege der bodenständigen Bauweise, soweit sie charakteristisch und beachtenswert ist, und durch Erhaltung der bestehenden historisch interessanten Bauten. c) durch tunlichsten Schutz der Naturdenkmäler des Landes.» Soweit die wichtigsten Satzungspunkte.145 Wer- fen wir den Blick zurück auf die seither vergange- nen 80 Jahre, so wird man gestehen müssen, dass die Entwicklung vielfach genau gegen die damali- gen Forderungen des Historischen Vereins verlau- fen ist. Man muss aber auch das Positive sehen, das durch den staatlichen Denkmalschutz zusam- men mit dem Historischen Verein in dieser Zeit geleistet wurde. Und es wäre auch falsch, einer missverstandenen «Heimattümelei» und damit einer Erstarrung das Wort zu reden. Anstelle des im Jahre 1913 verstorbenen Grün- dungsmitgliedes Landesverweser von In der Maur wurde sein Amtsnachfolger Baron von Imhof in den Vorstand gewählt. Im Jahre 1915 wurde der Historische Verein vom Vorarlberger Landesmuseums-Verein eingela- den, an der geplanten Herausgabe eines gemeinsa- men Urkundenbuches mitzuarbeiten. In die zu diesem Vorhaben gegründete «Historische Kom- mission für Vorarlberg und Liechtenstein» wurden als stellvertretender Vorsitzender Dr. Albert Schäd- ler und als weiteres Mitglied Joh. Baptist Büchel delegiert. Es kam dann ein erster umfangreicher Band146 mit Regesten von Urkunden vom Jahre 741 
bis 1000 unter dem Titel «Quellen zur Geschichte des Landes Vorarlberg und des Fürstentums Liech- tenstein» heraus. Dann aber stockte das Unterneh- men infolge des Ersten Weltkrieges. Durch die lange Dauer und den für die Mittel- mächte katastrophalen Verlauf des Ersten Welt- krieges wurden die Aktivitäten des Historischen Vereins zwar nicht ganz gelähmt, aber doch einge- schränkt. In der Jahresversammlung 1918 hielt der Vorsitzende Dr. Schädler einen für jene mageren Jahre gut passenden Vortrag über das «Hungerjahr 1817 in Liechtenstein». Ein Angebot der Gemeinde Balzers, die alte Balzner Kirche dem Historischen Verein zur Aufbe- wahrung von Sammelgegenständen zu überlassen, musste auf Antrag von Dr. Albert Schädler abge- lehnt werden, da der Verein die damit verbunde- nen Auflagen nicht übernehmen konnte. Mit dem Jahre 1920 konnte der Historische Verein sein 20-jähriges Bestehen feiern. Die Zahl der Mitglieder war in diesem Jahr auf 209 ange- stiegen. 1921 war das letzte Jahr, in dem Dr. Albert Schädler die Jahresversammlung des Vereins leiten konnte, denn im Jahr darauf verstarb er plötzlich an einem Herzversagen. Mit ihm verlor der Histori- sche Verein einen Vorsitzenden, dem er zu einem guten Teil sein hohes Ansehen verdankte. 135) .JBL 1. S. 271-274. 136) JBL 2, S. 299. 137) JBL 3, S. 209. 138) JBL 4, S. 238 und JBL 9. S. 5-25. 139) JBL 5, S. 221. 140) JBL 7, S. 186. 141) JBL 8, S. 175-176. 142) JBL 9, S. 136-137. 143) JBL 9, S. 136-137. 144) JBL 10, S. 187. 145) JBL 12, S. 114-115. 146) Dieser Band war «den unermüdlichen und selbstlosen Förde- rern unserer heimischen Wissenschaft: Sr. Exzellenz Adolf Rhom- berg, Alt-Landeshauptmann. Dr. Albert Schädler, Vorsitzender d. Historischen Vereins von Liechtensteins und Carl von Schwerzen- bach, Vorsitzender d. Vorarlb. Landesmuseumsvereins zugeeignet». 139
        

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