c) eine tunlichst vollständige Sammlung aller noch vorhandenen ... wichtigen Urkunden von den ältesten Zeiten an.» Anschliessend an die Annahme der Statuten wurde der Vereinsvorstand in der folgenden Zu- sammensetzung gewählt: Vorsitzender: Dr. Albert Schädler. Schriftführer: Kanonikus Joh. Baptist Büchel. Kassier: Oberlehrer Alfons Feger. Weitere Mitglieder: Kabinettsrat Carl von In der Maur und Egon Rheinberger. Fürst Jo- hann II. und der Landtag sicherten dem Histori- schen Verein einen Beitrag von jährlich je 200 Kro- nen zu. Bei der Gründung waren dem Verein 67 Mitglieder beigetreten.135 In der zweiten Jahresversammlung 1902 konnte der Vereinsvorsitzende Dr. Albert Schädler die wichtige Mitteilung machen, dass der Verein mit anderen wissenschaftlichen Vereinigungen in Schriftenaustausch getreten sei.136 Der Austausch von Periodika historischer Vereine und wissen- schaftlicher Institute ist bis heute auf eine Zahl von rund 150 gestiegen und hat der Bibliothek des Hi- storischen Vereins eine wissenschaftliche Bedeu- tung verschafft. In der Jahresversammlung 1903 hielt Dr. Albert Schädler einen Vortrag über die in unseren Gemeinde- und Genossenschaftsarchiven befindli- chen Akten und Urkunden. In jahrelanger Arbeit hatte er das Material sämtlicher liechtensteinischer Gemeindearchive und Alpgenossenschaften gesich- tet. Das Ergebnis hielt er in den «Regesten zu den Urkunden der liechtensteinischen Gemeindearchi- ve und Alpgenossenschaften» fest.137 Diese wichtige Regestensammlung umfasst Urkunden vom Jahre 1371 bis 1876, und ist für jeden, der sich einge- hender mit Fragen der Gemeinde- und Alpge- nossenschaftsgeschichte befasst, heute noch unent- behrlich. Ebenso berichtete er im folgenden Jahr über bis- her veröffentlichte archäologische Funde aus unse- rem Lande und wies darauf hin, dass es zu den Aufgaben des Historischen Vereins gehöre, seine Forschungen auch auf dieses Gebiet auszudeh- nen.138 Den «ersten steinzeitlichen Fund in Liech- tenstein», ein oberhalb Schaan gefundenes 
Steinbeil, stellte Albert Schädler in der Vereinsver- sammlung des Jahres 1905 mit einer genauen Be- schreibung des Objektes und der Fundumstände vor. In der Jahresversammlung 1907 hielt der Ver- einsvorsitzende einen längeren Vortrag über die «Politischen Ereignisse der Jahre 1848/49» und er- klärte diese anhand von Regesten einschlägiger Ur- kunden aus seiner eigenen Sammlung. Er bedauer- te dabei, dass diese wichtigen Ereignisse bisher noch keinerlei historische Bearbeitung gefunden hätten.140 Anlässlich des 50-jährigen Regierungsjubiläums des Fürsten Johann II. gedachte der Vorsitzende des grossen Aufschwungs, den unser Land in die- sen 50 Jahren genommen habe.141 Albert Schädler muss sich in diesen Jahren ein- gehend mit der Vor- und Frühgeschichte unseres Landes befasst haben. Dafür hatte er sich die da- mals einschlägige Literatur beschafft. Schädler hielt dann über dieses Thema in der Vereinsver- sammlung des Jahres 1909 einen Vortrag, den er in ausgeweiteter Form auch im Jahrbuch des Histori- schen Vereins zur Veröffentlichung brachte. In die- ser Versammlung machte er auch die Anregung, die Regierung möge die von Landesverweser von Stellwag begründete Sammlung liechtensteinischer Altertümer von den anderen Sammlungsobjekten trennen und sie dem Historischen Verein «in be- sondere Obhut» übergeben.142 Es bestand die Ab- sicht, die bisherigen und die in Zukunft anfallenden Fundgegenstände nach Abschluss der Renovation des Schlosses Vaduz wieder dort unterzubringen, wo die Sammlung ja schon vorher Platz gefunden hatte. Egon Rheinberger, Vorstandsmitglied des Hi- storischen Vereins, wurde mit der Aufgabe des Konservators betraut. Dieser sollte nach Empfeh- lung des Vorsitzenden Dr. Schädler auch ein Auge behalten für Erdbewegungen bei Neubauten u.s.w.143 Im 10. Jahre seines Bestehens zählte der Histo- rische Verein 132 Mitglieder. In diesem Jahre (1910) beschloss die Versammlung, «die Pflege des Heimatschutzes unter die Bestrebungen des beste- henden Historischen Vereins einzureihen» und die Vereinsstatuten entsprechend zu ergänzen.144 Zwei 138
        

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