DR. MED. ALBERT SCHÄDLER 1848 BIS 1922 RUDOLF RHEINBERGER der Wasserversorgung in den Gemeinden konsul- tiert. Pumpbrunnen und undichte Leitungsrohre hatte man als Quelle von Infektionskrankheiten er- kannt. Schon Landesphysikus Dr. Schlegel hatte im Jahre 1886 für Balzers in einem Gutachten die «Er- richtung von Brunnen mit laufendem Quell-Trink- wasser mit eisernen Rohrleitungen» gefordert. Doch zeigte dann die 1893/94 erfolgte neue Trink- wasserversorgung schon bald Mängel, so dass in den Jahren 1904/05 eine Neufassung der Quellen und eine teilweise Neuverlegung der Wasserleitun- gen notwendig wurden. Bei dieser Gelegenheit wusste Dr. Albert Schädler aus eigener Erfahrung zu berichten, dass Balzers früher ständig vom Ty- phus heimgesucht wurde und dass diese Endemie nie zum Erlöschen zu bringen war. Man könne sa- gen, dass es in Balzers kaum einen erwachsenen Menschen gebe, welcher in seinem Leben nie vom Typhus45 ergriffen war. Er konnte versprechen, dass eine bessere Wasserversorgung diesem Übel Abhilfe schaffen werde.46 Albert Schädler setzte in dieser Zeit auch jährliche Fortbildungskurse für I Hebammen durch, eine Massnahme, die schon längst fällig gewesen wäre. Seit der im Jahre 1873 erlassenen Hebammenordnung47 durften nur «an öffentlichen Lehranstalten unterrichtete und paten- tierte Hebammen» angestellt werden. Bis dahin waren die Hebammen vom jeweiligen Landesphy- sikus ausgebildet worden. Eine weitere Fortbildung 38) Siehe JBL Bd. 92, S. 184 ff. 39) ebd. S. 164 ff. 40) Jetzt Haus Dr. Marxer. 41) RhAV, Hermine Rheinberger an ihre Schwester Olga im Frühjahr 1893. 42) Makartstil = Wiener Stilrichtung der Gründerzeit. 43) Mündlicher Bericht von Fr. Maria Rheinberger, geb. Schädler (1883-1988). 44) Siehe auch «Dr. Rudolf Schädler» in JBL Bd. 92, S. 195. 45) Das Wort «Typhus» steht hier für den heute gebräuchlichen Sammelnamen «Salmonellose». Der eigentliche Bauchtyphus war nicht so häufig. 46) LVolksblatt 1904, Nr. 40. 47) LGB1. 1873, Nr. 5. 
Dr. Albert Schädler und Frau Albertine um 1875 117
        

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