Förderer des kulturellen und gesellschaftlichen Le- bens ist in der Lebensbeschreibung Dr. Rudolf Schädlers38 eingehend berichtet worden. Dr. Albert Schädler hatte mit seiner Familie seit 1873 im obersten Stockwerk des sogenannten «Schädlerhauses», das er zusammen mit seinem Bruder Rudolf in den Jahren 1872/73 anstelle des alten «Tschaggaturms»39 erbaut hatte, gewohnt. Als er dann im Jahre 1890 die Funktion eines Ba- dearztes in Ragaz und damit auch seine dortige Wohnung aufgegeben hatte, entschloss er sich, in Vaduz ein eigenes Haus für seine Familie zu bauen. Dieser Entschluss fiel ihm umso leichter, als sein jüngerer Bruder Ing. Karl Schädler bereit war, ihm Chalet Dr. Albert Schädler im Heiligkreuz Vaduz, erbaut 1892 
seinen Anteil am «Schädlerhaus», also praktisch das oberste Geschoss, abzukaufen. So erwarb er dann einen Bauplatz - nicht weit entfernt - unter der Kirche, neben dem Haus zur «Linde»40. Hier baute er 1892 ein Chalet, wie es seinem Geschmack und seinen Bedürfnissen entsprach. Es war aber nicht nur der Geschmack, der ihn bewog, ein Holz- haus zu bauen - er war auch fest davon überzeugt, dass man in einem Holzhaus am gesündesten woh- ne. Nach seiner Meinung sollte im ganzen Haus eine stete Luftzirkulation stattfinden, was sich im Winter natürlich auch auf die Wärme der Räume auswirkte. Dies wird auch in einem Brief vom Frühjahr 189341 angesprochen, wo es heisst: «Schädlers wohnen seit Allerheiligen in der neuen Villa. Das Häuschen sieht schmuck aus, doch im Winter soll sich eine bedeutende Kälte darin be- merkbar machen». Die ganze Wohnung war im Makartstil42 mit Originalmöbeln aus Wien einge- richtet. Doch das alte Schädlerhaus blieb auch weiterhin die Kontaktstelle für die drei Brüder Rudolf, Albert und Karl Schädler. Jede Woche trafen sie sich in der Wohnung Rudolfs. Dabei unterhielten sie sich über die grosse und kleine Politik und schritten dis- kutierend um den mitten im Wohnzimmer stehen- I den grossen Tisch herum.43 Natürlich stimmten ihre Meinungen nicht immer überein, waren doch Rudolf und Karl mehr fortschrittlich-liberal einge- stellt, während Albert einen konservativ-klerikalen 1 Kurs befürwortete. Als Dr. Wilhelm Schlegel im Jahre 1900 gestor- ben war, blieb die Stelle des Landesphysikus vor- erst vakant. Von In der Maur zeigte keine Eile, vom Fürsten einen Amtsnachfolger für Dr. Schlegel er- nennen zu lassen, obwohl drei diplomierte Ärzte im Lande waren, darunter der erst 32-jährige Dr. Alfons Brunhart. In der Maur wollte einen Amts- arzt, der die österreichische Physikatsprüfung ab- gelegt hatte, doch dieser fand sich erst im Jahre 1910 in der Person von Dr. Felix Batliner.44 In den zehn Jahren Zwischenzeit wurde Dr. Albert Schäd- ler häufig von der Regierung als «Sachverständi- ger» beigezogen und ersetzte so praktisch den Phy- sikus. So wurde Dr. Schädler auch zur Verbesserung 116
        

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