FRAUENARBEIT IN LIECHTENSTEIN 1924 BIS 1939 BÄUERINNEN / CLAUDIA HEEB-FLECK Landwirtschaftspolitik. Daneben versuchte vor allem die 1931 gegründete Landwirtschaftliche Be- ratungsstelle durch Vorträge und Kurse (beispiels- weise über Düngung,-neue Anbaumethoden oder Marktorientierung der Landwirtschaft) die liech- tensteinische Landwirtschaft in Richtung Intensi- vierung und Rationalisierung zu modernisieren. Kleinbetriebliche Struktur und extreme Parzellie- rung, die in der Zwischenkriegszeit nicht ange- tastet, ja eher noch verstärkt wurden, setzten je- doch solchen Modernisierungsbestrebungen enge Grenzen.449 INTERESSENVERTRETUNG DER BÄUERINNEN Mit der Gründung des «Liechtensteinischen Land- wirtschaftlichen Vereins» 1885 nahm die Organisa- tion der bäuerlichen Interessen ihren Anfang. 1922 schloss sich dieser mit der 1919 gegründeten Kon- kurrenzorganisation «Bauernbund» zum «Liech- tensteiner Bauernverein» zusammen.450 Der «Liechtensteiner Bauernverein» organisierte sich als Solidargenossenschaft mit dem Ziel der Förderung der Landwirtschaft durch: «1. Ausbreitung der landwirtschaftlichen Berufsbil- dung durch Vorträge, Kurse, Versuche usw.; 2. Gemeinsamen Bezug landwirtschaftlicher Be- darfsartikel und solcher für den bäuerlichen Haus- halt; 3. Gemeinsamen Absatz bäuerlicher Produkte; 4. Beratung und Unterstützung von wichtigen land- wirtschaftlichen Veranstaltungen und zweckmässi- gen Einrichtungen landwirtschaftlicher Natur; 438) Anhang, Interview mit J.K. Der angerichtete Schaden (Ernte- ausfällc, verwüstete Eelder, Gebäudeschäden ... ) wurde auf 10 Mil- lionen Franken geschätzt. Freiwillige Hilfsdienste und schweizeri- sches und österreichisches Militär leisteten beim Wiederaufbau Hilfe (Festschrift zur Hundertjahr-Feier, S. 44). 439) RB, 1933, S. 72, Hervorhebung von mir. 440) Anhang, Interview mit W.S., S. 130. 441) RB, 1932, S. 67 Im RB von 1935 waren für Triesenberg beson- dere Hilfsmassnahmen aufgeführt (S. 85). 
1939 bewilligte der Landtag für Triesenberg und Planken sFr. 10 000 - Bergbauemhilfe. Die Bauern wurden in der Zeitung aufgefordert, Gesuche mit der genauen Schilderung ihrer Position bei der Fürstlichen Regierung einzureichen (LVaterland, 1939, Nr. 42, «Bergbauemhilfe»). 442) RB, 1934, S. 73. 443) LGBI, 1935, Nr. 10, Landtagsbeschluss vom 23. 10. 1935, Art. 2 u. 3. Vgl. auch: RBe 1936-39 Mitteilungen der liecht. Handelskammer, 1938, S. 4ff u. 1939, S. 6ff. 444) Geschichte der Schweiz und der Schweizer, Bd. 3, S. 145 u. 151. Vgl.: Maurer, Anbauschlacht. 445) RB, 1936, S. 74. 446) Mayr, S. 58, Tab. 8. Entwicklung des offenen Ackerlandes und ausgewählter Kulturen seit 1929 (in ha) 
1929 1939 
1943 
1945 Offenes Ackerland 471.9 
782.7 1321.9 
1262.7 Getreidebau 
183.2 372.1 720.4 659.8 davon: - Weizen 
9.5 90.5 * 186.7 
148.9 - Körnermais 
163.6 260.5 389.2 
402.5 Hackfruchtbau 
237.7 351.4 526.2 
503.3 davon: - Kartoffeln 
233.4 329.2 512.9 
494.3 Feldgemüsebau 
10.1 56.7 74.9 
72.7 * Wert aus dem Jahr 1940 447) LVolksblatt, 1938, Nr. 112, Aufruf der Landwirtschaftlichen Be- ratungsstelle an die Bauern wegen der kritischen politischen Lage, Getreide zu pflanzen. LVolksblatt. 1930, Nr. 97, «Wozu die Förderung der Landwirtschaft, von Tierzuchtinspektor Franz Beck». F. Beck hielt die Erhaltung, wirtschaftliche Stärkung und soweit möglich die Vergrösserung des Bauernstandes für die wichtigste Aufgabe des Staates auf wirtschaft- lichem und sozialem Gebiet. 448) LGBI, 1939, Nr. 13, Verfassungsgesetz betreffend Bevollmächti- gung der Regierung zur Anordnung kriegswirtschaftlicher Massnah- men, Art. 1: «... bevollmächtigt der Landtag die Fürstliche Regie- rung zur Vornahme und Verfügung aller ihr geeignet erscheinenden Massnahmen zur Ordnung der liechtensteinischen Wirtschaft und Sicherung der Deckung der Lebensbedürfnisse des liechtensteini- schen Volkes. Insbesondere wird die Regierung ermächtigt, schwei- zerische Gesetze und Verordnungen, die kriegswirtschaftliche Mass- nahmen beinhalten, für Liechtenstein anwendbar zu erklären». 449) RBe, 1931 ff. Der Staat subventionierte landwirtschaftliche Fortbildungskurse bis zu 50 Prozent (Wirtschafts- und Notstandsprogramm 1935, Art 3). Verschiedene Artikel und Aufrufe in den Zeitungen und den Mittei- lungen des LBV's versuchten in dieselbe Richtung zu wirken: LVolksblatt, 1930, Nr. 118, «Bauer lerne um, bevor es zu spät ist!» F. Beck ruft in diesem Artikel die Bauern auf, auf intensive, moderne Bewirtschaftungsmethoden umzustellen. LN, 1933, Nr. 26 Mitteilungen des LBVs, 49. Jhg., 1938, S. 5. 450) Zu diesen und den folgenden Ausführungen vgl.: Mitteilungen des Liecht. Bauernverbandes, 1986, S. 22ff. 97
        

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