Für diese unterschiedliche Einschätzung spielten verschiedene Momente eine Rolle: Zuerst das Ver- haften in der vergleichsweise «intakten» ländlich- patriarchalischen Struktur Liechtensteins, als zweites das minimale Berufsangebot für Frauen in Liechtenstein, das neben Fabrikarbeit, Haus- und Landwirtschaft kaum Alternativen bot und als drittes, dass das im Vergleich zur Fabrikarbeit höhere Prestige des Dienstmädchenberufes sich auf Dienststellen in der Schweiz beschränkte, denn auch in Liechtenstein kehrten die Frauen der ein- heimischen Hauswirtschaft den Rücken.116 ARBEITSMARKTVERHALTNISSE FÜR FABRIKARREITERINNEN Die Bedingungen für einen Wiederaufbau oder gar Ausbau des industriellen Sektors waren nach dem Rückschlag des Ersten Weltkrieges in Liechtenstein denkbar ungünstig.117 Nach der Betriebszählung von 1929 gab es nur fünf Fabriken, die insgesamt 511 Arbeiterinnen - davon 500 Frauen und Män- ner allein in den drei Textilindustriebetrieben - be- schäftigten.118 Wie die Handelsstatistik von 1933 aufzeigt, blieb die Textilindustrie während der Zwi- schenkriegszeit der dominante Industriezweig: Textilien und Bekleidung machten über 50 % des Gesamtexportes aus.11
    

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.