die Plastik noch in unverändertem Zustand vorge- funden hat. Er schreibt: «Dafür, dass es sich um eine Muttergottes handelt, spricht der Wolkenbal- len, auf dem die Gestalt steht.»22 (Abb. 18 und 19). Erwin Poeschel war sich also nicht einmal ganz si- cher, ob es sich hierbei tatsächlich um eine Madon- na oder nur um die Darstellung einer weiblichen Heiligen handelte. Dieses Beispiel zeigt deutlich das Problem von restauratorischen Massnahmen, dem auch heute noch oft zuwenig Beachtung ge- schenkt wird. Einen grossen Verlust musste die Walser Kapelle Sta. Maria in Masescha (Abb. 20) verbuchen, als 1952 ein barocker Seitenaltar aus der Zeit um 1650 zwecks Geldmittelbeschaffung für die 1950 erfolgte Kapellenrenovation für 2800 Franken veräussert wurde.23 Wir kennen ihn aus einer Aufnahme der Innenansicht des Kirchenraumes von Erwin Poeschel. Der Altar, in barockem Aufbau mit aufgelöster Seg- mentverdachung, von Putten bekrönt24, befindet sich heute in der Seelenkapelle von Rorschach (Abb. 21). Die in einer Kartusche auf der Predella gemalte Verkündigung ist durch einen Tabernakel verstellt. Anstelle des ehemaligen Altarbildes, ein den hl. Theodul darstellendes Gemälde des Wiener Malers Josef Reich aus dem Jahre 1903, das in der Abb. 18: Holzplastik einer weiblichen Heiligen, Eras- mus Kern, Feldkirch, um 1650, Zustand um 1950. Abb. 19: Die selbe Figur nach der Restaurierung um 1978/79. 418
        

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